Fraunhofer-Gesellschaft eröffnet OLED-Zentrum in Dresden

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat in Dresden ein Zentrum für organische Materialien und elektronische Bauelemente eröffnet. Ziel ist die Entwicklung kostengünstiger und produktionstauglicher Prozesse zur Herstellung von OLEDs.

In dem neuen »Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden« (COMEDD) arbeiten Fraunhofer-Forscher an der Entwicklung und Pilotfertigung organischer Leuchtdioden. Insgesamt 25 Mio. Euro investierten die Bundesregierung, der Freistaat Sachsen und die Europäische Union in das Zentrum.

Aufgabe des Zentrums ist die Entwicklung kostengünstiger und produktionstauglicher Prozesse für organische Halbleiterbauelemente und organische Solarzellen. »Mit dem COMEDD etablieren wir ein europaweit führendes Zentrum für organische Halbleiter, das produktnahe Forschung und Entwicklung sowie die Umsetzung der Forschung in die Pilotfertigung ermöglicht«, erläutert Prof. Karl Leo, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS.

Neuartige Beschichtungslinie für Glas und Folien

Kernstück des Zentrums sind mehrere Vakuumbeschichtungsanlagen. Für die Fertigung von OLEDs auf Glassubstraten wird eine neuartige Beschichtungslinie für Glas und Folien von Sunic System aus Südkorea in Kooperation mit Aixtron Deutschland installiert. Diese Linie ermöglicht es, neue Prozesskonzepte zu evaluieren.

Für die Entwicklung und Herstellung von OLED-Beleuchtungsmodulen auf flexiblen Substraten bietet das COMEDD eine Rolle-zu-Rolle-Beschichtungsanlage der Dresdner Firma Von Ardenne Anlagentechnik. Die Anlage wird in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP aufgebaut. Mit den neuen Anlagen lassen sich nicht nur organische Beleuchtungssysteme herstellen, sondern auch organische Solarzellen, wie Kunststoffsolarzellen im Rolle-zu-Rolle-Verfahren.

OLEDs sind Bauelemente aus ultradünnen organischen Schichten, die beim Anlegen einer Spannung Licht aussenden. Sie gelten als Zukunftstechnologie für Displays und Beleuchtung. Als Flächenstrahler liefern sie ähnlich wie Tageslicht eine diffuse Helligkeit. Zudem lassen sie sich auf beliebige Flächen aufbringen und brauchen nur wenig Strom.