Aluminium-Nanopartikel Farbdisplay mit Tintenfisch-Tarnung

Um ein Tarnverhalten wie beim Tintenfisch zu realisieren, muss ein System seine Umgebung »sehen«. Zusätzlich muss es auf die Umgebung reagieren und möglichst lebensechte Tarnmuster darstellen können. Mit Pixeln aus Aluminium-Nanostäben könnte dieses Ziel in greifbare Nähe rücken.

Wissenschaftler am Laboratory for Nanophotonics (LANP) der Rice University haben eine neue Farbdisplay-Technik entwickelt, die es im Hinblick auf die Farbtiefe mit aktuellen LCDs aufnehmen kann. Das Verfahren basiert auf winzigen Pixeln aus speziell angeordneten Aluminium-Nanostäben. Die Forschungsarbeiten sind Teil eines Projekts, das auf die Entwicklung einer künstlichen Tintenfisch-Haut abzielt, die automatisch ihre Farbe an die Umgebung anpassen kann und somit in Tarnanwendungen einsetzbar sein soll.

Um eine möglichst gute Tintenfisch-Tarnung zu erhalten, muss ein System seine Umgebung erkennen können. Außerdem muss es in der Lage sein, darauf zu reagieren und lebensechte Tarnmuster darzustellen.

Die am LANP entwickelte Displaytechnik kann Dutzende von Farben wiedergeben. Die dabei verwendeten Pixel messen nur 5 µm; sie enthalten jeweils Hunderte präzise in einer Matrix angeordnete Aluminium-Nanostäbe. Zum Erzeugen der Farben nutzt das Verfahren Elektronen-Oberflächenschwingungen an Aluminium-Nanostäben. In der Matrix-Anordnung lassen sich Länge und Abstand zwischen den Nanostäben anpassen, um gezielt einzelne Farben intensiv wiederzugeben.

Die Technik könnte für Fernseher oder Bildschirme interessant sein, da im Gegensatz zu den in gängigen LCDs verwendeten Farbstoffen kein Risiko des Ausbleichens besteht. Das eigentliche Ziel der Forscher am LANP ist es aber, das Verfahren mit anderen Entwicklungen zu kombinieren, zum Beispiel mit Detektoren, die Farben genau wie die Haut des Tintenfisches erkennen. Damit könnten sich verschiedenartige Tarnvorrichtungen realisieren lassen.