Energiesparlampen-Diskussion: Wo bleibt die LED?

Unsere elektroniknet-Unfrage hat gezeigt: kaum jemand will die Energiesparlampe. Darüber haben wir mit Dr. Jürgen Waldorf, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Elektrische Lampen gesprochen und ihm auch gleich andere Fragen unserer Leser gestellt.

Eine Umfrage unter unseren Lesern hat ergeben, dass nur 16 Prozent von ihnen Energiesparlampen für unbedenklich halten und sie einsetzen. Warum ist die Energiesparlampe so unpopulär?

Die Frage ist, ob sich bei solchen Umfragen die Zweifler melden oder diejenigen, die mit dem Produkt zufrieden sind. Ich kenne auch viele Befürworter die sehen, dass diese Lampen zum Einsparen von Energie beitragen. Wenn jemand eine richtige Beratung bekommen hat, dann gibt es relativ wenige Klagen.

Es gibt also einen Informationsmangel?

So ist es. Die Informationen sind zwar vorhanden aber es ist die Frage, ob man sich damit auch auseinandersetzt. Bis jetzt hat man für den Privatbereich Lampen gekauft und sich an der Form, der Watt-Zahl und vielleicht noch daran orientiert, ob die Lampe klar oder matt ist. Jetzt muss man auf zusätzliche Kriterien achten wie die Lichtfarbe und ob sie zum Dimmen oder für hohe Schaltzyklen geeignet ist. Damit muss man sich erst einmal auseinandersetzen und kann dann auch das richtige Produkt für seine Anwendung finden.

Ist der normale Kunde mit all diesen Zusatz-Informationen nicht überfordert?

Das glaube ich nicht. Das ist sicher ein Gewöhnungsprozess, der auch ein bisschen dauern wird.

In der öffentlichen Diskussion um die Energiesparlampe taucht die LED kaum auf, obwohl sie doch noch effizienter ist.

Es fehlt sogar noch ein Lampentyp, die Halogenlampe. Das ist auch eine sinnvolle Alternative für Leute die keine Energiesparlampe in ihrem Haus haben wollen. Man kann zwar nicht so viel Energie einsparen wie mit der Energiesparlampe, die Werte liegen  zwischen 20 und 50 Prozent unter der Glühlampe, aber sie haben ähnliche Lichteigenschaften wie die Glühlampe und teilweise sogar noch bessere.

LED-Lampen kommen aber auch vermehrt in den Handel. Die Schwierigkeit, um die Glühlampen eins zu eins zu ersetzen, ist das Lumenpaket.

Was verstehen Sie darunter?

Eine 60 W Glühlampe hat  einen Lichtstrom von ca. 700 Lumen, allerdings bei einer geringen Effizienz. Das Problem bei der effizienteren LED ist, wie kriege ich bei gleicher Lampengröße, den gleiche Lumen-Wert hin? Es nützt nichts, wenn sie pro Watt effizient ist aber die LED-Lampe nicht die entsprechende Lichtlsteom hat. Das hängt mit der notwendigen Kühlung zusammen, da die LED nicht zu heiß werden darf. Man muss also zusätzlich Kühlkörper und auch noch die Elektronik in der LED-Lampe in einem kleinen Volumen unterbringen. Da macht die Entwicklung zwar Fortschritte aber es wird noch eine Weile dauern, bis es in der Breite der Anwendungen ein Äquivalent ist.

Bei den niedrigen Watt-Zahlen, also so bis 40 W, gibt es schon LED-Lampen, die man als Ersatz für Glühlampen einsetzen kann. Wie bei der Energiesparlampe, muss man aber auch bei den LEDs auf die Farbtemperatur achten.

Außerdem sind die Preise von LED-Lampen noch relativ hoch, die sich zwischen 30 und 50 Euro bewegen können. Da bin ich gespannt, wie der Verbraucher das annehmen wird. Ich denke aber, dass die LED in Zukunft auch einen großen Anteil am Markt bekommen wird.