Displaytechnik Energieeffizient und hochauflösend: Qualcomms Mirasol-Display

Qualcomms Mirasol-Displays s liefern mittlerweile knackscharfe Bilder. Der große Vorteil: Sie brauchen einen Bruchteil der Energie herkömmlicher Screens. In Südkorea sind bereits erste Modelle mit der innovativen Technologie auf dem Markt.
Qualcomms Mirasol-Displays liefern mittlerweile knackscharfe Bilder. Der große Vorteil: Sie brauchen einen Bruchteil der Energie herkömmlicher Screens. Allerdings ist die Technik auch nach acht Jahren Entwciklungszeit noch nicht serientauglich. Die Massenproduktion ist zu fehleranfällig und kostenintensiv.

Mit dem 5-Zoll-Mirsaol-Display erreicht Qualcomm eine Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln. Gleichzeitig liegt die Energieaufnahme nach eigenen Angaben nur bei rund einem Sechstel herkömmlicher LCD-Screens.

Bereits vergangenes Jahr zeigte Qualcomm ein 4,3-Zoll Mirasol-Display. Auf der diesjährigen SID Display Week in Vancouver wurde nun eine 5,1-Zoll große Variante mit einer Auflösung von 577 PPI präsentiert. Dieses erreicht eine Reaktionszeit von unter einer Mikrosekunde und hat angeblich eine Energieaufnahme, die geringer ist als jene von handelsüblichen LCDs.

Qualcomms Display mit dem Markennamen »Mirasol« basiert auf einer reflektiven Technologie ohne Hintergrundbeleuchtung, ähnlich wie bei den von eBook-Readern bekannten E Ink-Displays. Qualcomm setzt bei der Technik auf interferometrische Modulation (IMOD). Die Screens sind bistabil und benötigen nur beim Seitenwechsel Strom, was für eine extrem niedrige Energieaufnahme sorgt. »Einfach zusammengefasst funktionieren die IMOD-Displays folgendermaßen: Licht wird reflektiert, bestimmte Wellenlängen werden verstärkt, andere ausgelöscht. Nach diesem Prinzip lässt sich ein komplettes Spektrum an klaren und lebendigen Farben erzeugen«, erklärte Thomas Nindl, Director Business Development bei Qualcomm, die Technologie vor drei Jahren.

Seitdem wurde die Technik in einigen wenigen Produkten eingesetzt, z.B. in dem südkoreanischen eBook-Reader Kyobo. Auch wenn es nicht primär an der Displaytechnik lag, war dieses Produkt ein Flop. Was die Mirasol-Bildschirme an einer weiteren Verbreitung hinderte, war in erster Linie die hohe Fehleranfälligkeit bei der Herstellung. So wurde der geplante Pocketbook Mirasol eReader nicht gebaut, weil in der Massenproduktion fast die Hälfte der Displays Mängel aufwiesen, wie the digital reader aus internen Quellen erfuhr. Nachdem die Produktion letztlich nie so in Schwung kam wie erhofft, schränkte Qualcomm seine Bemühungen im Sommer letzten Jahres ein. Man lizensiert die Technik nun an externe Firmen und möchte die direkte Kommerzialisierung auf wenige, ausgewählte Produkte beschränken. Eines davon wurde nun auf der SID Display Week präsentiert.

Das Tech-Portal Engadget lobte jetzt die gestochen scharfe Darstellung der aktuellen Prototypen, kritisierte aber auch, dass Farben weniger lebendig und mit einem leichten Silberstich dargestellt würden. Da die gezeigten Displays wiederum nur Einzelstücke sind und laut Qualcomm bis zur möglichen Serienreife noch einige Jahre Entwicklungszeit ins Land gehen werden, kann man die Bewertung durchaus als Lob werten. Vielleicht erlebt Qualcomms Mirasol-Technik doch noch ein Comeback.