electronic displays Conference 2009: Technik, Trends und Fachgespräche

Über 200 Display-Spezialisten kamen nach Nürnberg, um Informationen zu den neuesten technischen Trends wie elektronisch steuerbare Blickwinkel, Picoprojektion, AM-OLED oder Electrowetting auszutauschen.

Mit diesem großen Zuspruch konnte die electronic displays Conference ihren Status als wichtigste europäische Veranstaltung zum Thema eindrucksvoll unterstreichen. Bereits im dritten Jahr organisierte die Fachzeitschrift DESIGN&ELEKTRONIK diese etablierte Fachkonferenz parallel zur embedded world am zweiten und dritten Messetag. Dabei gelang es, den Anteil der internationalen Teilnehmer nochmals deutlich zu steigern.

An beiden Konferenztagen bot das Vortragsprogramm umfassende Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Bereich der professionellen Displaytechnologien und deren Anwendungen und Ansteuerung.

So greifen auch die LCD-Entwickler den Green-Electronics-Trend auf und senken den Stromverbrauch bei Industriepanels durch Methoden wie das »Local Dimming«. Bei der Hinterleuchtung verdrängen LEDs immer mehr die CCFL-Backlights. Zwar kommt die LED-Ansteuerung ohne hohe Spannungen aus, doch sind auch hier einige Fallstricke zu beachten.

Weitere Innovationen, die auf der electronic displays Conference vorgestellt wurden, sind eine Displaytechnik mit einem weißen, reflektiven Subpixel zusätzlich zu den herkömmlichen Subpixeln in Rot, Grün und Blau, welches die Ablesbarkeit des Displays bei direktem Sonnenlicht deutlich verbessert, sowie ein elektronisch steuerbarer Blickwinkel. Damit können beispielsweise Geldautomaten im Wartezustand in einem »Weitwinkel«-Modus ihre Betriebsbereitschaft signalisieren und während der Bedienung dann die heiklen Kundendaten in einem »Privacy«-Modus mit sehr engem Blickwinkel nur dem Benutzer selbst anzeigen.

Viele Branchen nehmen Touchscreens wahr

Spätestens seit dem Erfolg von Apples »iPhone« nehmen viele Branchen jetzt Touchscreens als mögliche Eingabeschnittstelle wahr. Neben den schon bewährten Fahrkartenautomaten wird es bald immer mehr Anwendungen auch im industriellen Bereich geben. Einsatzmöglichkeiten im Industrie-Umfeld könnten sich ebenfalls für die neuen Picoprojektoren eröffnen. Auf dem Gebiet der Display-Ansteuerung setzt die Kfz-Elektronik mit der Kombination von Display- und Schrittmotoransteuerung in einem FPGA einen Trend, für industrielle Anwendungen sind neue Displaycontroller mit USB-Anbindungsmöglichkeit besonders interessant.

Gleich drei Sessions der electronic displays Conference widmeten sich dem Thema OLED. Neueste Entwicklungen konnten hier die Lebensdauer der Technik deutlich steigern, damit sind OLED-Displays nun für viele professionelle Anwendungen einsetzbar. Aus den Vorträgen ließ sich ablesen, dass Passiv-Matrix-OLED-Displays (PM-OLEDs) so gut wie nicht mehr zur Anwendung kommen, der Trend heißt ganz klar Aktiv-Matrix (AM-OLEDs). Vorgestellt wurden auch Methoden zur Vermeidung des Burn-in-Effekts bei statischen Inhalten, wie sie ja besonders für industrielle Anwendungen typisch sind.

Im Rahmen der Konferenz wurde der von der Firma Bosch gestiftete Student Paper Award verliehen, der Preisträger Ferdinand Seitz von der Hochschule Heilbronn beschäftigt sich in seiner mit dem Award ausgezeichneten Arbeit mit dem Thema Electrowetting Display.