»Ein Handy-Display, was ich einfach ausrollen kann, wenn ich surfen möchte«

Herr Prof. Dr. Karlheinz Blankenbach von der Hochschule Pforzheim hat viele Visionen im Bereich der neuen Displays. Besonders spannend findet er eines seiner aktuellen Forschungsprojekte, die Kombination von elektronischem Papier und flexiblen Displays. Im Gespräch mit elektroniknet redet der Experte offen über die marktwirtschaftlichen Auswirkungen der Entwicklung bei LCDs und OLEDs und welche Chancen Deutschland dabei hat.

Herr Prof. Dr. Karlheinz Blankenbach, welche aktuellen Neuheiten gibt es bei Displays?
Das wäre als erstes e-Signage, ein neuer Trend zu großformatigen Werbeanzeigen, wo Papier durch elektronische Displays ersetzt wird. In diesem Bereich sind seit einigen Monaten Plasma-Panels und LCD-Panels mit entsprechenden Eigenschaften verfügbar.
Ein zweiter, sehr großer Trend ist das sogenannte elektronische Papier, das auch im Sonnenlicht gut lesbar ist und sehr wenig Strom verbraucht. Stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihre Zeitung morgens nicht mehr aus dem Briefkasten holen, sondern hätten ein gleich gutes Display, was sich per WLAN die Daten holt.
Ein weiterer Trend sind organische Leuchtdioden für Hinterleuchtungs- bzw. Beleuchtungsanwendungen. Speziell die Hinterleuchtung eröffnet ganz neue Chancen für die Produkte, zum Beispiel im Bereich beleuchteter Schalter.
Im Bereich Signalverarbeitung für Fernseher hat sich in jüngster Vergangenheit die 24p-Technik durchgesetzt. 24p heißt, ich kann damit Blu-ray-Discs, die mit 24 Bildern pro Sekunde aufgenommen worden sind, ruckelfrei und originalgetreu wiedergeben.

Für welche Anwendungsbereiche eignen sich die neuen Displays insbesondere?
Die e-Signage-Anzeigen werden den gesamten Bereich Werbung revolutionieren, insbesondere vom Design-Flow her: ich muss meine Werbebotschaft nicht mehr drucken lassen und kann sie zudem minütlich wechseln. Die Anzeigen lassen sich tagesgerecht sowie kundenspezifisch gestalten.
Die Vision bei e-Paper-Displays: ein ausrollbares Display auf einem UMTS-Handy, über das ich bequem im Internet surfen kann.
OLEDs für Hinterleuchtungsanwendungen können etwa im Automobil- oder Flugzeugbereich eingesetzt werden: viele kleine Tasten, energieeffizient beleuchtet, eröffnen dort neue Designmöglichkeiten.