e-Paper-Displays: erste Typen am Markt erhältlich

Neben Plastic Logic setzen auch andere Hersteller auf e-Paper-Displays. Dazu gehört zum Beispiel der französische Hersteller Nemoptic.

Erste Nemoptic-Produkte, allerdings keine flexiblen Varianten, sind bereits am Markt erhältlich, in Deutschland über den offiziellen Vertriebspartner Autronics-Melchers. »Wir freuen uns, dass Nemoptic uns die Entwicklung des noch jungen Marktes für bistabile Displays anvertraut«, erklärt Frank Reichard, Geschäftsführer von Autronics-Melchers LCD. »Wo immer sich Bildinhalte selten ändern, sollten die Anwender in Zukunft über den Einsatz bistabiler Displays nachdenken. Ich sehe hier ein gewaltiges Potenzial.«

Erstes Modell im Portfolio von Autronics-Melchers ist ein 4,5 Zoll großes Display namens »BM 300 BiNem«. Es handelt sich um ein reflektives bistabiles Schwarzweiß-Grafik-Display. »Minimaler Energiebedarf und hervorragende Lesbarkeit, auch im Sonnenlicht, machen das E-Paper-Modul zu einer interessanten Alternative zu herkömmlichen LCDs«, so Frank Reichard. Das »BM 300 BiNem«-Modul hat eine HVGA-Auflösung (320 x 480 Pixel). Der sichtbare Bereich misst 64 x 95 mm. Mit integriertem Controller ist das Modul nur 6,9 mm dick. Es benötigt lediglich 3,3 V Ansteuerspannung und nimmt max. 0,6 W auf.

Vorteile der BiNem-Technologie von Nemoptic sind sehr reine Schwarz- und Weiß-Werte, gute Kontrast- und Blickwinkeleigenschaften und nicht zuletzt die Möglichkeit der kostengünstigen Massenproduktion in herkömmlichen LCD-Produktionslinien. Neben der bekannten Anwendung als elektronisches Papier für digitale Bücher bieten sich bistabile Displays zum Beispiel für industrielle Anwendungen an, zur Auszeichnung von Regalen im Großhandel, für mobile Geräte oder POS-Anwendungen. Auch im Konsumgüterbereich sind zahlreiche Anwendungen von E-Paper-Modulen denkbar, sei es in Spielzeug, Mobiltelefonen oder als digitaler Bilderrahmen.

Wie reagieren die Anwender auf den Neuzugang im Portfolio? »Wir sind positiv überrascht«, so Reichard, »es gab bereits eine Vielzahl von Anfragen. Wie bei einer so relativ jungen Technologie zu erwarten, kamen Anfragen von Hochschulen und Forschungsabteilungen, aber auch sehr konkrete Anfragen mit hohen Stückzahlen von Herstellern, die den Einsatz der Displays in ihren Produkten evaluieren.«

Wie schwierig ist die Integration solcher E-Paper-Displays? Reinhard: »Im Prinzip nicht schwieriger als jede andere Displayansteuerung auch. Momentan liefern wir Demo-Ansteuerboards, wir arbeiten aber gemeinsam mit Nemoptic unter Hochdruck daran, eine umfassende Dokumentation und Standardlösungen zu erstellen.« 

Info:
Nemoptic wurde 1999 in Magny les Hameaux bei Paris gegründet. Mit ihrer eigenen Technologie BiNem (Bistable Nematic) entwickelt und produziert Nemoptic bistabile Flüssigkristalldisplays (LCD) für Konsum- und Industrieprodukte.