Brille bald überflüssig? Display gleicht Sehschwäche aus

Eine spezielle Filterfolie, die am Display angebracht wird, modifiziert die Lichtintensität jedes einzelnen Pixels und lässt sich dadurch auf individuelle Sehfehler einstellen. Die Folie wurde von Wissenschaftlern von der University of California und vom MIT zusammen mit Microsoft entwickelt.

Wissenschaftler von der University of California haben gemeinsam mit Forschern vom MIT und Microsoft eine Displaytechnik entwickelt, mit der sich Fehlsichtigkeiten korrigieren lassen.

Um die Sehschwäche auszugleichen, verändert ein spezielles, am Display angebrachtes Filter jedes einzelne Pixel. Dazu wird ein Algorithmus verwendet, der die individuelle Sehschwäche des jeweiligen Benutzers miteinbezieht.

Mit Hilfe des Algorithmus wird die Lichtintensität der Pixel so modifiziert, dass die durch das Filter gelangenden Lichtsignale, auf der Netzhaut ein scharfes Bild entstehen lassen. Die Idee hinter dem Verfahren ist, vorherzusagen, wie die Augen den Bildschirminhalt „normalerweise“ verfälschen werden und diesen Fehler im Voraus zu korrigieren. Das Display übernimmt also dieselbe Aufgabe, für die Brillen oder Kontaktlinsen in der Regel zuständig sind.

Das von den Forschern entwickelte Verfahren könnte es Menschen mit Sehfehlern ermöglichen, Displays ohne Sehhilfe zu verwenden. Speziell Personen mit schwerwiegenderen Sehfehlern, die sich kaum oder gar nicht mit Brillen oder Kontaktlinsen ausgleichen lassen, könnten von der neuartigen Technik profitieren. Beispiele für solche Sehfehler sind sphärische Aberrationen, bei denen die auf die Augenlinse treffende Lichtstrahlen unterschiedlich gebrochen werden.

Bis die neue Displaytechnik marktreif wird, gibt es noch einige Herausforderungen zu lösen. Beispielsweise hängt das Verfahren von der Brennweite des Benutzers ab. Das bedeutet, dass der Benutzer seine Augen für eine korrekte Funktion ruhig halten muss. Alternativ wird eine Software benötigt, die die Kopfbewegungen erfasst und das Bild entsprechend korrigiert.

Außerdem kann die Technik zwar auf verschiedene Benutzer angepasst werden. Allerdings ist es momentan nicht möglich, dass mehrere Personen mit unterschiedlichen Sehschwächen das Display gleichzeitig nutzen. Dieses Problem könnte sich lösen lassen, indem Displays mit sehr hoher Auflösung benutzt werden.