FLIR One Die Wärmebildkamera fürs iPhone

FLIR ONE Wärmebildkamera fürs iPhone
FLIR ONE Wärmebildkamera fürs iPhone

Wärmelecks im eigenen Haushalt aufspüren - oder einfach nur außergewöhnliche Fotos schießen. Mit FLIR One, der ersten Wärmebildkamera fürs iPhone, ist das auch ohne teures Equipment möglich. Profi-Bildgebung, die auch dem Privatanwender gefallen dürfte.

Was als Militärprojekt für den Kampfeinsatz begann, ist nun endgültig auf dem zivilen Markt angekommen. Dank der Thermalkamera FLIR One zum Aufstecken kann das iPhone Wärme »sehen«. Läuft die entsprechende App, lässt sich die Umgebungstemperatur in einer Liveansicht erkunden - erstmals auf einem Smartphone. 

Ich sehe warm - aber wozu?

Die Wärmebilder sollen zum Beispiel dazu dienen, die thermische Energieeffizienz von Häusern und Wohnungen auf einfache Weise auszuwerten. Man kann Kältebrücken erkennen, elektrische Kurzschlüsse detektieren oder sehen, welche Rohre hinter einer Wand vorbeiführen. Außerdem eignet sich FLIR One als Nachtsichtgerät. Doch auch Kreative kommen mit der Kamera auf ihre Kosten. So lassen sich beispielsweise Panoramaaufnahmen oder Videoclips erstellen und sofort über die sozialen Netzwerke verbreiten. Weitere Anregungen liefert unsere Bilderstrecke. 

Bilder: 6

FLIR One liefert Wärmebilder für das iPhone

Die erste iPhone Wärmebildkamera hört auf den Namen "FLIR One" und liefert beeindruckende Aufnahmen.

Technische Daten

Die FLIR One erhöht das Gewicht des iPhones um 110 Gramm und wurde an Apples Design angepasst. Sie enthält einen eigenen 1400-mAh-Akku, der keinerlei Anbindung zum internen iPhone-Akku hat und für eine Dauernutzung von zwei Stunden ausgelegt ist. Die Kombination aus einer Standard-VGA- und einer Lepton-Wärmebildkamera soll detailreiche Fotos in einem Temperaturbereich von 0 bis 100 Grad Celsius ermöglichen. Temperaturunterschiede ab einer Differenz von 0,1 Grad Celsius lassen sich mit der Kamera erfassen und in verschiedenen Farbspektren darstellen. Die Reichweite der Kamera beträgt laut Hersteller rund 100 Meter. Der Lepton Infrarotsensor löst 80x60 Pixel auf, die VGA-Kamera 640x480 Pixel. Durch eine MSX genannte Überblendungstechnik werden die Video- und Echtzeitbilder in  160x120 Pixeln angezeigt, Fotos werden auf 640x80 Pixel hochgerechnet. Geladen wird FLIR One über ein Micro-USB-Netzteil (1A).

Erst die USA, dann Europa

Kompatibel ist die FLIR Wärmebildkamera ausschließlich mit den Apple iPhones der Baureihe 5 oder 5S. Sie ist ab sofort für rund 350 Dollar vorbestellbar - für Kunden aus Amerika und Kanada. Der europäische Markt soll ab Mitte August bedient werden. Die Thermalkamera wird dann auch über den offiziellen Apple Store verkauft werden. Mit einer Version für Android-Smartphones darf man frühestens ab 2015 rechnen.

Der sechste Sinn

Braucht man eine Wärmebildkamera? Wenn man sie braucht, braucht man sie wohl dringend - zum Beispiel zu beruflichen Zwecken. Doch die FLIR One ist auch an den Privatanwender gerichtet, der eine neue Dimension der Bildgebung erfahren möchte. Diese Möglichkeit bietet die FLIR One - ohne dass man ein Vermögen investieren oder sich umfassendes Expertenwissen aneignen müsste. Doch die geringe Auflösung und die mögliche Inkompatibilität zum kommenden iPhone 6 könnten einem Verkaufserfolg im Weg stehen. Abgesehen davon, dass umgerechnet 260 Euro nicht eben wenig sind für ein Gadget-Spielzeug zum Experimentieren. Es bleibt also dabei: Wer sie braucht, braucht sie wirklich - und bekommt mit der FLIR One ein wirklich handliches Tool.