Schaltzeiten und Betrachtungswinkel im Brennpunkt Die Innovationsspirale dreht sich weiter

Die kontinuierliche Verbesserung eines für die Darstellung bewegter Bilder nur wenig geeigneten Prinzips über mehrere Jahrzehnte hinweg ist wohl das hervorstechendste Merkmal in der Entwicklung der LC-Displays. Endpunkt der Entwicklung ist ein LC-Display, das unter jedem Betrachtungswinkel im hellen Sonnenlicht auch bewegte Szenen ohne Artefakte und farbtreu wiedergibt.

Schaltzeiten und Betrachtungswinkel im Brennpunkt

Die kontinuierliche Verbesserung eines für die Darstellung bewegter Bilder nur wenig geeigneten Prinzips über mehrere Jahrzehnte hinweg ist wohl das hervorstechendste Merkmal in der Entwicklung der LC-Displays. Endpunkt der Entwicklung ist ein LC-Display, das unter jedem Betrachtungswinkel im hellen Sonnenlicht auch bewegte Szenen ohne Artefakte und farbtreu wiedergibt.

Das Marktforschungsunternehmen iSuppli [1] geht bei der neuen Marktprognose der LC-Displays weiter von sinkenden Preisen aus. Im Jahr 2006 sollen nun statt der bisher prognostizierten 41,9 Mio. Einheiten 46,7 Mio. Fernseher mit Flachbildschirm verkauft werden. Bereits im ersten Quartal lagen die Verkaufszahlen mit 10,6 Mio. Einheiten um 7 % über denen des Vorjahreszeitraums. Im Mai dieses Jahres war der mittlere Preis für größere TV-LC-Displays im Vergleich zum Mai 2005 drastisch gefallen, z.B. für die 32-Zoll-LC-Displays (81 cm Bildschirmdiagonale) um 17 %, bei den 40/42-Zoll-LC-Displays (101 bzw. 106 cm) um 14 %.

Die erweiterten Produktionskapazitäten – auch die zum Huawei-Konzern gehörende Konka Group [2] kündigte kürzlich einen Ausbau an – führen zu weiterhin sinkenden Preisen; dies hat nach Ansicht der Marktforscher einen erheblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung: Bereits in diesem Jahr wird der Anteil der Flachbildschirme bei den Fernsehgeräten 48 % erreichen, der Anteil der Bildröhren wird auf 42 % sinken, im Jahr 2010 werden 56 % der Fernseher mit einem Flachbildschirm ausgerüstet sein. Den Markt der TV-LC-Displays teilen sich die in Südkorea produzierenden Firmen LG Philips [3] (22,3 % der verkauften Einheiten) und Samsung [4] (20 %) mit den in Taiwan ansässigen Unternehmen Chi Mei Optoelectronics [5] (18,7 %) und AU Optronics [6] (16,8 %).

Elektronik kompensiert Schwächen

Eine der letzten Schwächen der LC-Displays – neben Kontrast und Helligkeit – liegt in der vergleichsweise langen Reaktionszeit der Flüssigkristalle. Hier werden etwa 10 ms erreicht, Bestwerte liegen bei 2 ms, so dass schnelle Bildsequenzen immer noch zu Schlieren führen, die bei der Betrachtung stören. Diese Effekte machen sich besonders dort bemerkbar, wo alte Filme, die mit 24 Hz Bildwiederholfrequenz aufgenommen wurden, in 120-Hz-Technik digital wiedergegeben werden. Das in der Fachwelt als „De-Juddering“ bezeichnete Phänomen stellt ein durchaus ernstzunehmendes Hindernis bei der Darstellung bewegter Bilder (Fußball) auf großen TV-LC-Displays dar. Der Schweizer Halbleiter-Entwickler und -Hersteller Micronas [7] bietet mit seinem neuesten „Frame Rate Converter FRC 94xyH“ einen Baustein, der das Verfahren „trueD“ in einer Variante für das High Definition TV (HD) implementiert (Bild 1). Das Verfahren ist eine Micronas-Entwicklung, hierbei werden unter Zuhilfenahme einer Abschätzung der Bewegung (Motion Estimation) zusätzliche Zwischenbilder berechnet. Das „trueD“-Verfahren wird bereits bei einigen Fernsehherstellern eingesetzt. Die HD-Variante ist auf 120-Hz-LC-Displays und 1080p-Plasma-Bildschirme abgestimmt und wird zusammen mit dem Video-Grafik-Controller-Chip „VGC 5969B“ eingesetzt.