»Der Trend zu höherauflösenden Anzeigen ist ungebrochen«

Die »electronic displays Conference«, einer der Höhepunkte der »embedded world«, findet bereits zum dritten Mal im Rahmen der internationalen Leitmesse für Anbieter und Kunden von Embedded-Computer-Technik statt. Der Vorsitzende Prof. Dr. Karlheinz Blankenbach, Hochschule Pforzheim, im Gespräch über die Highlights elektronischer Displays, seine Erwartungen und »grüne« Displays.

Herr Prof. Dr. Blankenbach, welche Erwartungen haben Sie an die diesjährige »electronic displays Conference«?

Aufgrund des hoch attraktiven Programms erwarten wir über 200 Teilnehmer. Somit wird die electronic displays Conference 2009 auch wieder die Plattform für den industriellen und automobilen Einsatz von Displays. Zunehmend kommen auch Besucher aus dem europäischen Ausland, sodass wir von einer weiter wachsenden Veranstaltung ausgehen. Besonders hervorzuheben ist auch die aktive Nachwuchsförderung: Im März wird erstmals im Rahmen der ED der Robert Bosch Student Paper Award verliehen.

An wen richtet sich der Display-Kongress und welche Highlights sind zu erwarten?

Die electronic displays Conference wird typischerweise von Personen besucht, die sich mit professionellen Anwendungen elektronsicher Displays, deren Komponenten und Baugruppen sowie Systemen beschäftigen. Die Spanne umfasst Entwickler, Forscher und Anwender sowie Manager, Vertriebsleute und Einkäufer.

Als Highlight sieht der Konferenzbeirat neuste Entwicklungen und Anwendungen auf dem Gebiet der organischen Leuchtdioden (OLEDs), automobilen Displays sowie als Synergie zur embedded world Sessions zur Display-Ansteuerung und dem Interfacing.

Nach den Sessions wird es in diesem Jahr auch »Author Interviews« geben. Weshalb? Was versprechen Sie sich davon?

Den Teilnehmern und Referenten wird Gelegenheit zum weitergehenden Meinungsaustausch und Diskussion gegeben. Gerade für die Beantwortung detaillierter Fragen fehlt im Anschluss an den Vortrag oft die Zeit. Mit den Author Interviews wird darüber hinaus dem Wunsch der Teilnehmer nach mehr Networking Rechnung getragen.

Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise sind viele Unternehmen ins Wanken gekommen. Überall liest man von Insolvenzen, Mitarbeiterentlassungen und nach unten korrigierten Prognosen. Auch die Displaybranche ist von der Krise betroffen. Wie ist Ihre Prognose?

Im industriellen und automobilen Umfeld sieht die Lage deutlich besser aus als im Consumerbereich. Im F&E-Bereich ist man weniger von Produktionseinbrüchen betroffen. Die Aktivitäten rund um elektronische Displays werden teilweise noch verstärkt angegangen, da der Trend zu höherwertigen und höherauflösenden Anzeigen ungebrochen ist. Möglicherweise könnten die Preise für Displays in professionellen Anwendungen wegen Überkapazitäten im Consumerbereich durchaus sinken.

DisplaySearch rechnet bei TFTs, OLEDs und Plasma-Displays mit einer »grünen« Zukunft. So sollen bereits ab 2014 alle Displays »grün« sein. Was meinen Sie?

»Green« ist ein modernes Schlagwort, mit dem hauptsächlich Energieverbrauch und Umweltbelastung verstanden werden. Elektronische Displays haben hier ein großes Potenzial zur Effizienzsteigerung, als Beispiel mögen hier moderne LED-Backlights mit lokaler Dimmung dienen, die den Stromverbrauch um 80 Prozent reduzieren können. Einen weiteren positiven Effekt sehe ich durch die Marktdurchdringung von reflektivem E-Paper, wo eine Batterieladung zwei Wochen halten kann.