Data Modul: Höhere Auflösung ist Trend »Der Displayeinheit wird mehr Platz eingeräumt«

Nach wie vor fristet der industrielle Markt für OLEDs ein Nischendasein, für den Data Modul als industrietaugliche Innovation ein transparentes OLED-Display offeriert.
Nach wie vor fristet der industrielle Markt für OLEDs ein Nischendasein, für den Data Modul als industrietaugliche Innovation ein transparentes OLED-Display offeriert.

Ein Trend bei Displays geht hin zur Vergrößerung der Benutzeroberfläche und damit zur Vergrößerung der Displaydiagonalen: »Der Displayeinheit wird grundsätzlich mehr Platz eingeräumt«, sagt Claus Vogt, Head of Product Marketing Linemanagement bei Data Modul.

Markt&Technik: Welche Display-Trends beobachten Sie derzeit noch im Markt?

Claus Vogt, Data Modul: Bei Redesigns werden immer öfter Anzeigen im 4:3-Format durch Displays im 16:9-Format ersetzt. So ist ein typischer Trend bei einem Redesign der Austausch etwa einer 5,7-Zoll-Anzeige im 4:3-Format durch ein 7,0-Zoll-Display im 16:9-Format. High Brightness und weite Ablesewinkel erfahren keine Nachfragesteigerung, sind jedoch bei bestimmten Applikationen nach wie vor unerlässlich.

Memory-in-Pixel-Displays sind wegen der industrietauglichen Komponenten ebenfalls stark gefragt. Das gilt auch für die zunehmend mit Masken produzierten stretched/stripped TFT-Displays, die die bisher üblichen cutted Displays langsam verdrängen. Bei großen Diagonalen ab etwa 40 Zoll werden Displays zunehmend neben Full-HD auch mit UHD angeboten. Ungebremst auf dem Vormarsch ist die PCAP-Touchtechnologie. Die Sensibilisierung der Industrie hinsichtlich positivem Look and Feel von Applikationen führt zum steigenden Bedarf nach durchgehenden, edlen Oberflächen und spielt der PCAP-Technologie weiter in die Hände.

Apropos Touch: Ist denn der Umstieg von anderen Touchtechnologien auf PCAP problemlos möglich?

Der simple Austausch der Toucheinheit ist nicht möglich. Zu beachten sind hierbei nicht nur die Bedingungen, unter denen User mit dem Gerät interagieren sollen, sondern auch die gestiegene Komplexität bei der Assemblierung sowie höhere Anforderungen an Hard- und Softwareperformance. Der Coverglas-Gestaltung sind kaum Grenzen gesetzt, das Design der Einheit nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Und nicht zuletzt ist auch das Bonding immer mehr in den Fokus gerückt, wenn die Rede von PCAP-Touches ist. Nach wie vor haben aber resistive Touches ihre Daseinsberechtigung und bilden noch immer einen großen Anteil der Anfragen von Displaysystemen mit Touchfunktionalität.

Welches sind momentan die wichtigsten Diagonalen? Über welchen Diagonalenbereich erstreckt sich die Palette Ihres Unternehmens?

Unser Portfolio reicht derzeit von 1,4 bis 100 Zoll. Prinzipiell ist eine valide Aussage über branchenspezifische Standardgrößen schwierig, weil applikationsabhängig. Generell sind jedoch in der Industrie die Diagonalen 10,1, 12,1 und 15,0 Zoll führend. Letztere werden auch zunehmend im Wide-Format (16:9) eingesetzt.

In puncto Technologie gibt es weiterhin die Dominanz von TFT?

Ja, die TFT-Technologie dominiert deutlich alle anderen Technologien wie etwa STN, weil nicht zuletzt LCD-TFTs preislich auf demselben Niveau liegen wie grafische Displays, jedoch eine deutlicher höhere Bildqualität ermöglichen und gleichzeitig eine Vielzahl an Contentgestaltungsmöglichkeiten bieten.

Wie beurteilen Sie die Chancen von OLED in der Industrie – was sind ggf. noch Handicaps?

Die OLED-Technologie steht speziell im Industriebereich zwar seit vielen Jahren in den Startlöchern, hat aber technologiebedingt noch Nachteile gegenüber der TFT-Technologie (Einbrenneffekt, Lebensdauer). OLEDs werden bei farbgetreuer Darstellung (wie etwa Medizin & Broadcasting) am ehesten im industriellen/professionellen Bereich den Durchbruch schaffen können. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie die Entwicklung im Consumer-Markt in Richtung OLED verläuft und wie sie sich auf den Industriemarkt auswirken wird.

Erwarten Sie bei Schnittstellen, dass LVDS als dominierende native Schnittstelle in naher Zukunft abgelöst wird, etwa durch embedded Display-Port, oder ist künftig die Koexistenz diverser nativer Interfaces wahrscheinlicher?

Der Industriemarkt wird sicherlich noch länger am LVDS-Interface festhalten. Aber auch hier werden Standard-Diagonalen aus dem Consumerbereich (15,6 Zoll für Laptops) immer öfter mit eDP-Schnittstelle auf dem Markt zu finden sein. Bei hochauflösenden Displays (UHD/4k2k) bewährt sich V-by-1 aufgrund der hohen Datenmenge als die zu favorisierende Schnittstelle.