»Call for Papers« zur electronic displays Conference 2010: »Der Countdown läuft!«

Der »Call for Papers« für die electronic displays Conference 2010 läuft am 14. September ab. Warum sich gerade in schwierigen Zeiten eine aktive Konferenzteilnahme lohnt, erläutert Prof. Karlheinz Blankenbach, Vorsitzender der Konferenz.

Markt & Technik: Die electronic display Conference ist Europas größte Konferenz für elektronische Displays und deren Anwendungen. Wie wollen Sie vor dem Hintergrund der schwierigen Wirtschaftslage die Erfolgsgeschichte der Konferenz fortschreiben?

Prof. Karlheinz Blankenbach: Der Konferenzbeirat ist sich sicher, dass auch die kommende Veranstaltung die Position der electronic displays Conference weiter stärken wird. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Konferenz ist ihr umfassender Themenkreis, der sowohl die Entwicklungs- als auch die Applikationsseite widerspiegelt und uns dadurch die Möglichkeit gibt, das Thema »Displays« mit allen Facetten abzubilden. Im Fokus stehen Display-Technologien, Ansteuerungen, Display-Messtechnik, Systemintegration, Applikationen für Displays – besonders Automotive – sowie Trends und neue Technologien. Nicht zu vernachlässigen ist natürlich das Networking innerhalb der »Display-Commnity« und die Gespräche am Rande der Konferenz.

Eine Prognose zu den Konferenz-Teilnehmerzahlen wäre wohl angesichts der unwägbaren Wirtschaftslage sehr gewagt. Warum hat Wissenstransfer in Form von Konferenzen Ihrer Meinung nach dennoch seine Berechtigung?

Gerade für Europa mit seinem relativ kleinen aber hoch spezialisierten Display-Markt ist es wichtig, frühzeitig Trends zu (er)kennen. Konferenzen sind dazu besonders gut geeignet, da man hier eine stattliche Anzahl an Experten antrifft und mit ihnen über aktuelle Fragestellungen diskutieren kann. Die electronic display Conference ist dabei sozusagen der »Fels in der Brandung«, denn einige andere jährlich stattfindende Display-Konferenzen in Europa wurden für 2009 abgesagt.  

Schlägt sich die wirtschaftlich schlechte Lage auch auf die Zahl der Einreichungen durch? - Rechnen Sie mit weniger Vorträgen als in diesem Jahr?

Trotz der angespannten Lage erkennen viele Firmen die Chancen, die eine aktive Teilnahme an Konferenzen bietet. Was die Zahl der Einreichungen anbelangt, liegen wir bislang gut auf Kurs. Die heiße Phase der Einreichungen beginnt aber erfahrungsgemäß erst gut zwei Wochen vor Abgabeschluss. Insofern rechnen wir bis zur Deadline am 14. September noch mal mit einem Schub. 

Welche neuen Display-Anwendungsfelder und Technologien sind Ihres Erachtens besonders Erfolg versprechend?

Ein überaus innovatives und viel versprechendes Feld ist der Bereich »flexible Displays«. Sie sind »auf dem Sprung« von der Forschung in die Praxis und werden wohl demnächst in Serienprodukte integriert, nachdem Evaluierungen erfolgreich verlaufen sind.
 
… Was ist das Besondere an flexiblen Displays?

Flexible – organische – Displays spielen ihre Vorteile hauptsächlich in zwei Bereichen aus: neue Designmöglichkeiten und Kostenvorteile bei der Produktion, denn organische Elektronik ist druckbar und »Roll-to-Roll« herstellbar. Wer wünscht sich nicht für sein mobiles Kommunikationsgerät als Ergänzung zum »Bediendisplay« ein größeres Display für das komfortable Surfen im Internet und Betrachten von Dateien? Die ideale Lösung ist ein flexibles ausrollbares und damit größeres Display. Es gibt aber gerade im Bezug auf das Material noch einige Herausforderungen zu bewerkstelligen. Auch dazu wird die Konferenz mit Sicherheit umfassend informieren.

… Worin liegen diese Herausforderungen?

Für voll-flexible Displays sollten anorganische durch organische Materialien substituiert werden. Das heißt, alle Schichten »starrer« Displays und Produktionsprozesse – außer die elektrooptische Schicht, diese kann durchaus unverändert bleiben – müssen entsprechend modifiziert werden: Das sind vor allem das Substrat, die transparenten Halbleiter und die Aktiv-Matrix-Backplane. Eine grundsätzliche Herausforderung sind die unterschiedlichen Biegeradien von Ober- und Untersubstrat bei Krümmung bzw. wiederholtem Biegen.

Flexible Displays erfordern ferner spezielle ITO (transparenter Halbleiter) oder entsprechende Ersatzschichten, flexible Aktiv-Matrix-Backplanes und Barriereschichten speziell für OLEDs sowie Niedertemperatur-Prozesse in der Produktion bei Verwendung von Plastiksubstraten. Bei der Roll-to-Roll-Produktion mit Druckprozessen ist Mikrometer-Präzision bei Substraten im Meterbereich mit hoher Durchsatz-Geschwindigkeit erforderlich.

Organische Elektronik ist eines der »Hypethemen« derzeit und tangiert bekanntlich auch die Display-Branche sehr stark. Dürfen wir hierzu bis zur electronic displays Conference mit neuen Erkenntnissen rechnen? 

Die organische Elektronik ist bei Displays in Form von OLEDs bereits im professionellen Markt angekommen. Bei Materialien und AMOLEDs hat die Forschung große Fortschritte erzielt, die auf der electronic displays conference präsentiert werden.