AM-OLEDs noch nicht ausgereift?

Im Qualitätstest des im Sony-Fernseher XEL-1 eingesetzten Active-Matrix-OLED-Displays zeigten sich deutliche Alterungseffekte.

Das Markforschungsunternehmen DisplaySearch, das den Test durchführte, schätzt die Lebensdauer des organischen Displays auf 17.000 Stunden.

Größere Active-Matrix-OLED-Displays werden seit einigen Jahren von verschiedenen Herstellern als Prototypen auf Messen gezeigt. Da deren Bildpunkte aus einzelnen organischen Leuchtdioden bestehen, bieten sie von vornherein ein kontrastreicheres Bild als LCDs. Und sie bilden keine Artefakte bei der Wiedergabe schnell bewegter Szenen aus, was bei den LCDs wegen der immer noch zu großen Schaltzeiten der Flüssigkristalle (Liquid Crystals) durchaus störend wirkt.

Bei den AM-OLED-Displays verhinderte die merkliche Abnahme der Leuchtdichte der LEDs den Übergang in die Serie. Besonders störend dabei ist, dass die Abnahme der Leuchtdichte für die drei Farben (RGB) sehr unterschiedlich verlief (differenzielles Altern). Ein weißes Bild hatte bereits nach kurzer Zeit einen Farbstich. Der Zeitpunkt für eine Markteinführung solcher Displays wurde von den Herstellern daher immer weiter hinausgeschoben.

So war es ein kleine Sensation, als Sony bereits im letzten Jahr einen Fernseher mit Aktiv-Matrix-OLED-Displays herausbrachte. Die Marktforscher haben das Display eingehend untersucht und dessen Eigenschaften in einem ausführlichen Bericht dokumentiert.

Wesentliche Ergebnisse: Eine Abschätzung der Lebensdauer für die Wiedergabe von Fernsehbildern ergibt rund 17.000 Stunden; etwas mehr als zwei Jahre im Dauerbetrieb. Zudem ist das Problem des differenziellen Alterns offenbar nicht gelöst: Nach 1000 Stunden ist die Leuchtdichte der blauen LEDs um 12 Prozent, die der roten um 7 Prozent und die der grünen um 8 Prozent abgesunken.

Der vollständige Bericht, in dem auch der Aufbau des Displays detailliert beschrieben wird, ist bei DisplayResearch erhältlich.