»No Data - No Market«

Wer sich seiner Mitteilungs- und Informationspflicht entzieht, muss mit einem Importverbot rechnen. Distributoren müssen ihre Kunden über gefährliche Stoffe und Erzeugnisse informieren. Erste Angaben zu den REACH-Chemikalien soll es ab August auf einer so genannten Kandidatenliste geben.

Selbst wenn einen Distributor keine Registrierungspflichten unter REACH treffen, muss er doch die Inhaltsstoffe und Mengenkonzentrationen von eventuell gefährlichen Stoffen in seinen Produkten oder Erzeugnissen kennen, um seine Mitteilungspflichten gegenüber der Europäischen Agentur für chemische Stoffe in Helsinki (ECHA) und seinen Informationspflichten gegenüber seinen Kunden nachkommen zu können. Liegt keine Information bezüglich Materialzusammensetzung vor, kann dies zu einem Importverbot gemäß der Prämisse »no data - no market« führen. »Das A und O ist in jedem Fall das Zusammenspiel in der Lieferkette«, konstatiert Wolfram Ziehfuss, Geschäftsführer des FBDi. »An vorderster Front sind die Hersteller gefordert, Informationen zu den Inhaltsstoffen in einer verwertbaren Form zu liefern, die klar und aussagekräftig sind und keine Interpretationsspielräume lassen. Wünschenswert wäre eine Deklaration ähnlich wie bei RoHS, die sowohl Distributoren als auch Kunden systemübergreifend verarbeiten können«, erklärt Ziehfuss weiter.

Was dürfen die Kunden der Distributoren derzeit erwarten?

Die Distributoren des FBDi sind sich einig: »Wir wollen unseren Kunden bestmöglich im Umgang mit REACH behilflich sein. Dazu gehört auch, alle zur Verfügung stehenden Informationen bereitzustellen«, so Ziehfuss. Der Dialog mit den Herstellern läuft dazu auf Hochtouren. Die Hersteller prüfen und erarbeiten derzeit ihre Qualitätsrichtlinien im Umgang mit REACH. Bisher ist die produktspezifische Informationslage zu REACH aber auf Seiten vieler Hersteller noch im Entwicklungsstadium, Daten sind daher nur begrenzt erhältlich.