Neues Nanotechnologie-Zentrum in Würzburg

Auf dem Campus der Universität Würzburg entsteht eine vom Bund geförderte Forschungseinrichtung für Nanotechnik, in der Wissenschaftler unter anderem die kontrollierte präzise Herstellung von Nanostrukturen erforschen wollen.

Das Würzburger Nanozentrum ist eines von fünf bayerischen High-Tech-Vorhaben, die der Bund mit insgesamt 500 Mio. Euro unterstützen will. Getragen wird das Projekt von der Universität Würzburg sowie den Forschungszentren Karlsruhe und Jülich. Die Universität Würzburg zeigt sich begeistert von der zugesagten Unterstützung: »Das ist eine großartige Förderung für die Naturwissenschaften an der Universität. Strukturell hat das Zentrum besondere Bedeutung, weil es als außeruniversitäre Einrichtung das wissenschaftliche Umfeld der Universität bereichert«, so Professor Alfred Forchel, Inhaber des Lehrstuhls für Technische Physik der Universität Würzburg, der die Idee des Nanozentrums gemeinsam mit anderen Würzburger Professoren vorangetrieben hat.

Die Nanotechnologie befasst sich mit der Herstellung winzigster Strukturen für elektronische und photonische Bauelemente. »Bei der Produktion solcher Strukturen lässt sich deren Größe, Position und Materialzusammensetzung heutzutage noch nicht wirklich gut kontrollieren«, erklärt Professor Forchel. Forchel erwartet in der Nanotechnik neue Impulse vor allem auf dem Gebiet der Sensorik, etwa bei Messinstrumenten für den Umweltbereich oder bei Steuerelementen in der Fahrzeug- oder Medizintechnik - »falls es gelingt, den Aufbau der Nanostrukturen bis auf atomare Ebene zu kontrollieren«, so Alfred Forchel. Darum soll die »ultrapräzise kontrollierte Herstellung« von Nanostrukturen eines der Haupt-Forschungsgebiete der Wissenschaftler im neuen Nanozentrum werden.
 
Die beteiligten Forschungszentren bringen in den Verbund unter anderem ihre Großgeräte ein, an denen dann auch Würzburger Wissenschaftler arbeiten werden. »Umgekehrt können natürlich auch Forscher aus Jülich und Karlsruhe bei uns tätig sein«, so Forchel. Durch diese Kooperation soll in Würzburg ein international bedeutendes Forschungszentrum entstehen.

Der Physiker geht davon aus, dass diese Konzeptionsphase Ende 2008 abgeschlossen sein wird. Danach könne mit der Bauplanung begonnen werden. Nach der Aufbauphase werden die Beteiligten die Übernahme des Nanozentrums in die Trägerschaft einer etablierten Forschungsorganisation, etwa der Helmholtz-Gemeinschaft, anstreben.