Neues Messverfahren zur Oberflächenkontrolle

Zusammen mit dem Sensorik-Spezialisten Micro-Epsilon und der Universität Passau ist BMW derzeit dabei, ein innovatives, optisches Messverfahren für die industrielle Qualitätskontrolle spiegelnder Oberflächen zur Serienreife entwickeln.

Konventionelle Messsysteme reichen oft nicht aus, um kleinste Unebenheiten, Einschlüsse oder Rauhigkeit an der glänzenden und spiegelnden Oberfläche lackierter Fahrzeuge zu erkennen.

Anders bei dem von den Kooperationspartnern auf den Weg gebrachten 3D-Messsystem, dessen Entwicklung von der Bayerischen Forschungsstiftung mit 650.000 Euro gefördert wird: Bei diesem Verfahren wird nicht die Oberfläche selbst, sondern deren optisch verzerrende beziehungsweise intensitätsschwächende Wirkung untersucht, die sich bei Unregelmäßigkeiten im Spiegelbild eines Musters zeigt. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine absolute Vermessung von Defekten und Formabweichungen - gerade an sich spiegelnden Flächen.

Das Institut für Softwaresysteme in technischen Anwendungen der Informatik der Universität Passau erarbeitet hierfür die mathematischen Grundlagen zur Verarbeitung und Auswertung der gewonnenen Messdaten. Aufgabe der Lackspezialisten des BMW-Werkes Dingolfing ist es unter anderem, die nötigen Vergleichsdaten für das neue System zu liefern. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das 3D-Messsystem in eine Fertigungslinie der Dingolfinger Lackiererei eingebunden werden, um unter Realbedingungen sowohl System als auch Verfahren zu testen.