Neuanfang mit dem i-Taiwan-Programm

Das i-Taiwan-Projekt der taiwanesischen Regierung hat ehrgeizige Ziele: Im Verlauf der nächsten acht Jahre soll mit umgerechnet 93 Mrd. Euro die Infrastruktur der gesamten Insel auf modernste Standards gebracht werden.

In den zwölf Einzelprojekten des »i-Taiwan« genannten Programms sollen dabei Arbeitsplätze für mehr als 120.000 Menschen entstehen. Die Fördermittel der zwölf i-Taiwan-Projekte fließen in vier Bereiche:

Verkehrsinfrastruktur: Aufbau eines inselweiten Verkehrsnetzes, Erneuerung von Stadt und Hafen von Kaohsiung und Aufbau der »International Air City« Tayuan
  
Entwicklung des städtischen und ländlichen Raumes: Einrichtung von Industrieparks, Erneuerung von Dörfern im ländlichen Raum

Entwicklung der Industrie: High-Tech-Cluster-Programm für Zentral-Taiwan, Programm »intelligentes Taiwan« und »Innovationskorridore« für die Industrie

Umweltschutz: Erneuerung des Küstenstreifens, Wiederaufforstung, Hochwasserschutz und Wasser-Management und Verbesserung des Abwassersystems

Die drei Projekte des Wirtschaftsministeriums:
(MOEA - Ministery Of Economic Affairs)

WiMAX in Taiwan

Es ist in Fachkreisen zwar umstritten, ob WiMAX die Leistungsfähigkeit der künftigen LTE-Mobilfunknetze (Long Term Evolution) erreicht, gleichwohl haben sich die i-Taiwan-Verantwortlichen dazu entschlossen, in Taiwan das weltweit zweitgrößte zusammenhängende WiMAX-Netz zu erreichten und zu betreiben.

In enger Zusammenarbeit mit dem WiMAX-Forum soll in den weniger industrialisierten Bezirken der Insel - vorrangig im Mittelteil der Insel - der Bevölkerung ein flexibler und schneller Zugang zum Internet ermöglicht werden. Das WiMAX-Netz soll in jedem Fall vollständig den internationalen Standards entsprechen. Zu den geförderten Maßnahmen gehört daher die Einrichtung von zwei WiMAX-Testlabors und einem Applikationslabor, das vom WiMAX-Forum akkreditiert werden soll.

Über die bloße Etablierung der Funkstrecke hinaus werden mit dem Netzwerk neue, mobile Dienste angeboten. Unter dem Schlagwort M-Services - das M steht für Mobile - soll mobil via Internet der Zugriff auf drei verschiedene Service-Klassen erfolgen: M-Services, M-Life und M-Learning.

Unter »M-Services« fällt neben dem Zugang zu den Behörden auch der Zugriff auf die Informationen des Verkehrssystems, eine Unterstützung der medizinischen Versorgung und die Organisation von Sicherheitsdiensten. In dem »M-Life« genannten Block geht es um elektronischen Handel, Bildtelefonie und Videokonferenzen, Online Gaming und Unterstützung bei der Haushaltsführung.

Beim »M-Learning« schließlich geht es um den mobilen Zugang zu Bibliotheken ebenso wie um die Überwachung von Schulhöfen oder auch elektronisches Lernen mit mobilen Endgeräten.

Neben der Errichtung der Wireless-Infrastruktur hat die Regierung noch rund 450 Mio. Euro für die Förderung der heimischen WiMAX-Industrie aufgebracht und damit zusätzlich 1,4 Mrd. Euro an privaten Investitionsmitteln generiert.

Als »Testbed« für den Netzaufbau dient das unter dem Vorläuferprojekt »M-Taiwan« genannte WiMAX-Netz, das in den stärker industrialisierten Regionen an der Westküste bereits ab 2006 installiert wurde. Als Ergebnis des Projektes wird zudem erwartet, dass insbesondere durch die Kooperation mit weltweit tätigen Technologieunternehmen WiMAX als mobiles Zugangsverfahren zum Internet einen erheblichen Impuls erfährt.