Multiplizieren statt addieren

Die Steuerungstechnik befindet sich im Umbruch: Weg von der strikt sequenziellen Steuerungsprogrammierung und hin zu integrierten Lösungen unter Einschluss von Motion und Safety. Die verfügbaren Technologien geschickt eingesetzt, erhält der Anwender dabei mehr als nur die Summe der einzelnen Bausteine.

Die Steuerungstechnik befindet sich im Umbruch: Weg von der strikt sequenziellen Steuerungsprogrammierung und hin zu integrierten Lösungen unter Einschluss von Motion und Safety. Die verfügbaren Technologien geschickt eingesetzt, erhält der Anwender dabei mehr als nur die Summe der einzelnen Bausteine.

Heutige Systeme zur Maschinenautomatisierung haben in der Regel nur noch wenig mit der ursprünglichen Definition einer SPS gemeinsam – trotzdem sind sie basistechnologisch immer noch eine Speicherprogrammierbare Steuerung. Auf der Grundlage veränderter Hardware-Voraussetzungen hat in den letzten Jahren allerdings ein weitreichender Methodenwechsel in der Software-Entwicklung stattgefunden, der dem Anwender dabei hilft, die Time-to-Market trotz gestiegener Komplexität drastisch zu beschleunigen.

Der Reihen nach: Frühe SPS-Systeme mit den damaligen Prozessorleistungen konnten nur deshalb schnell genug sein, weil sämtliche Ein- und Ausgänge direkt an den parallelen Busleitungen des Prozessors angeschlossen waren. Damit war die Architektur streng festgelegt, die Vielfalt der realisierbaren Steuerungsaufgaben eng begrenzt. Gleiches galt für die Visualisierung, die üblicherweise über seriell angeschlossene Terminals erfolgte. Was die Steuerung und vor allem die Regelung der Antriebstechnik betrifft, handelte es sich meist sogar um einen völlig von der eigentlichen Maschinensteuerung unabhängigen und oft analog angesteuerten Bereich. Der Anwender hatte es somit nicht leicht, die unterschiedlichen Maschinenteile hardwaretechnisch miteinander zu verbinden. Nicht zuletzt war in Zeiten der klassischen SPS die Sicherheit für Mensch und Maschine ein völlig losgelöstes Thema, das aus heutiger Sicht auf beinahe „brachiale“ Weise – meist durch direkte Verdrahtung mechanischer Schalter mit der Stromzufuhr der Antriebe – gelöst wurde.