Mobilfunk: High-Speed mit LTE

Die jetzt mit UMTS etablierte 3. Mobilfunkgeneration macht sich mit HSDPA, HSUPA und HSPA+ bereits auf in Richtung »4. Generation«. Erheblich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten, eine optimale Ausnutzung der Frequenzbänder und günstigere Nutzungskosten sollen die wesentlichen Eigenschaften sein. elektroniknet.de sprach dazu mit Siegmund Redl von Qualcomm.

LTE wird sich durch bestimmte technische Eigenschaften auszeichnen, beispielsweise sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeiten. Doch auch, wenn die Übertragungsgeschwindigkeit, die Megabits pro Sekunde, bei der Berichterstattung über Mobilfunktechnologien oft als Aufhänger dient, sind für Siegmund Redl, Country Manager bei Qualcomm Europe, Eigenschaften wie Spektrale Effizienz – Kosten pro Megabyte – und damit niedrige Nutzungskosten, die man an den Verbraucher weitergeben kann, wesentlich wichtiger.

Genauso wichtig sind Siegmund Redl darüber hinaus sehr kurze Latenzzeiten (round trip delay) und eine dadurch höhere Spontanität, z.B. durch sehr schnellen Seitenaufbau beim Internet-Surfen oder die Möglichkeit, online Handyspiele zu spielen – wenn nicht sogar wichtiger.


»Auch das Thema Femto-Cells, das bereits heute bei 3G schon viel diskutiert wird, wird hier eine bedeutende Rolle spielen«, ist der Experte sich sicher. Nach seiner Auffassung wird die Rückwärts-Kompatibilität mit existierenden Netzen ein entscheidender Erfolgsfaktor sein. Das heißt, man werde auf sehr lange Sicht Mobilfunk-Endgeräte brauchen, die sowohl in LTE-Netzen als auch in 3G- und 2G-Netzen funktionieren. »Die Qualcomm LTE-Chipsätze beherrschen diese Technologien vom Start weg«, konstatiert Redl.

Bei der Überlegung, welche attraktiven Dienste LTE wird anbieten können, geht Redl davon aus, dass mittelfristig die mobile Nutzung des Internets mit mobilen Endgeräten die stationäre Nutzung – zu Hause »am PC« – bei weitem überholen wird. Denn für Redl zählt, dass er mit mobilem Breitband genauso komfortabel und schnell im Internet unterwegs sein kann wie zu Hause am PC. »Das heißt nichts anderes, als dass ich »meine« Dienste über das Internet nutzen kann, unabhängig vom Standort. Außerdem werden weitherhin der mobilen Nutzung angepasste Services entwickelt werden, die auf die Charakteristika mobiler Geräte abgestimmt sind. Wichtige Unterscheidungsmerkmale zur stationären Nutzung bleiben nun mal begrenzte Ein-und Ausgabemöglichkeiten anhand von Tastatur und Display.«