Mit zielstrebiger Akquisitionsstrategie zum Marktführer

Mit sieben verschiedenen Technologien bietet Littelfuse als Spezialist für Sicherungen und Schutzschaltungen Lösungen für die verschiedensten Applikationsbereiche. Wie David R. Samyn, Vice President and General Manager des Unternehmens, erläutert, sieht er in Zukunft nicht nur gute Chancen in Wachstumsmärkten wie Medizinelektronik und Renewable Energys, er kündigt auch weitere Akquisitionen an.

Sicherungen und Schutzschaltungen zählen sicher nicht zu den aufregendsten Bauelementen. Trotzdem hat es Littelfuse geschafft, sich in den letzten Jahren mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten von 13 Prozent zum Marktführer zu entwickeln. Was steht hinter dieser Entwicklung?

David R. Samyn: Der Sprung auf Platz 1 ist uns in den letzten drei Jahren geglückt. Die Basis für unser überdurchschnittliches Wachstum in den letzten Jahren wurde aber bereits 1999 gelegt. Damals übernahm Littelfuse Harris. Mit dieser Akquisition haben wir uns vom Sicherungshersteller zum Schutzschaltungsanbieter weiterentwickelt. Das Wachstum im Sicherungsgeschäft war limitiert. Erst die Erweiterung unseres Produkt- und Technologieportfolios hat das dynamische Wachstum der letzten Jahre ermöglicht.

Eine knappe Umsatzverdoppelung innerhalb von fünf Jahren dürfte aber auch mit einem erweiterten Produktspektrum kaum durch organisches Wachstum zu erreichen sein?

Nein, wir haben in den letzten acht Jahren für insgesamt neun Übernahmen rund 150 Mio. Dollar investiert. Zu den bekanntesten Namen unter diesen Akquisitionen zählen sicher Teccor, Pudenz, Wickmann und Concord. Unser durchschnittliches Wachstum von 13 Prozent in den letzten Jahren setzt sich deshalb zu 6 Prozent aus organischem und zu 7 Prozent aus akquiriertem Wachstum zusammen. Mit jeder dieser Übernahmen haben wir unser Portfolio in puncto Technologie und Absatzmärkte erweitert. So hat uns etwa die Übernahme von Wickmann, der Nummer 1 in Europa, auf dem alten Kontinent entscheidend weitergebracht. Wir sind heute der einzige Hersteller weltweit, der insgesamt sieben Schutzschaltungs-Technologien anbieten kann: Von der klassischen Sicherung bis zur Polymer-ESD-Lösung.

Werden Sie Ihr Technologiespektrum durch weitere Akquisitionen vorantreiben oder planen Sie, Ihr Angebotsspektrum durch den Einstieg in neue Produktbereiche noch weiter zu vergrößern?

Wir werden auch in Zukunft als Käufer am Markt aktiv sein. Welchen Technologiebereichen wir uns dabei zuwenden werden und welche regionalen Aspekte wir dabei eventuell im Auge haben, können wir als aktiennotiertes Unternehmen hier nicht erörtern. Wir werden aber auf gar keinen Fall von unserer Ausrichtung als Spezialist für Schutzschaltungen ablassen. Wir sind ein Spezialist für dieses Thema mit einem sehr breiten Technologieportfolio, und dabei wird es auch in Zukunft bleiben. Was ich aber ausschließen kann, ist eine Übernahme, die unser Umsatzvolumen sagen wir einmal verdoppeln würde. Die Überschneidungen wären in so einem Fall viel zu groß, wir wollen uns stattdessen in einzelnen Produktsegmenten sinnvoll verstärken.