Mit steigender Miniaturisierung gewinnt Kleben an Bedeutung

Mit kundenspezifischen Klebstoffen sowie den dazugehörigen Lampen- und Dosierungssystemen ist Delo zum Markt- und Technologieführer in ausgewählten Nischenmärkten geworden. Nachdem zuletzt der asiatische Markt an Bedeutung gewann, wurde nun auch eine US-Niederlassung gegründet.

Neuer Standort, Rekordumsatz und Mitarbeiterverdoppelung in nur sechs Jahren: Die Delo Industrie Klebstoffe durchlief seit Beginn dieses Jahrzehnts eine stürmische Entwicklung. Am deutlichsten sichtbar wird das am neuen Firmenstandort in Windach bei München. Im September 2007 konnte Delo den etwa 40 km von München entfernten Standort beziehen, mit dem sich die Raumkapazitäten des Unternehmens um das Zweieinhalbfache vergrößerten. Auf einer Gesamtfläche von 25.000 m² wurden moderne Produktionsanlagen, Entwicklungslaboratorien sowie Schulungs- und Verwaltungsgebäude unter einem Dach untergebracht.

Die dynamische Unternehmensentwicklung spiegelt sich auch in den Umsatzzahlen wider: Als das Geschäftsjahr 2008 zum 31. März ablief, war Delo mit 30,6 Mio. Euro erstmals der Sprung über die 30-Mio.-Grenze geglückt, berichtet Sabine Herold, die zusammen mit ihrem Mann Dr. Wolf-Dietrich Herold das Unternehmen als geschäftsführende Gesellschafter leitet. Etwa die Hälfte des Umsatzes erzielt das Unternehmen auf dem Heimatmarkt, die übrigen 50 Prozent im internationalen Geschäft. Zu den Regionen mit den höchsten Umsatzzuwächsen zählt Südostasien (+47 %). Größter Umsatzträger dort ist China.

Als klassischer »Hidden Champion« ist Delo ausschließlich in Nischenmärkten tätig und liefert dort maßgeschneiderte Klebstoffe für High-Tech-Branchen wie etwa Smart Label / Smart Card oder Handy Assembly. »In etwa 80 Prozent aller Smart Cards und in jedem zweiten Handy weltweit stecken Delo-Klebstoffe«, erläutert Sabine Herold. Damit ist das Unternehmen in bestimmten Nischenmärkten mit seinen maßgeschneiderten Klebstoffen Markt- und Technologieführer. Als Trendsetter investiert Delo etwa 10 Prozent seines Jahresumsatzes in R&D, was nach Auskunft von Frau Herold »weit über dem Branchendurchschnitt liegt«. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass Delo 40 Prozent seines Umsatzes mit Produkten generiert, die jünger als fünf Jahre sind.

Dass derzeit die Umsätze in Asien deutlich wachsen, ist nach Sabine Herolds Darstellung nicht nur damit zu erklären, dass Delo seit 2004 in Shanghai und seit 2005 mit einer Repräsentanz in Singapur vertreten ist, »sondern hat vor allem damit zu tun, dass zunehmend Fertigungsstätten des Elektronik- und Assembly-Bereichs von Europa nach Asien verlagert werden«. Mit der Schaffung der neu gegründeten USA-Tochter »Delo Industrials Adhesives« im April dieses Jahres in Boston hat sich das Unternehmen ein weiteres Standbein im Ausland geschaffen.