Micronas beklagt schwieriges Consumer-Umfeld

Stimmung gut – Geschäft schlecht: Die Fußballweltmeisterschaft brachte der Consumer-Elektronik nicht die erhofften Impulse. Das drückt auf das Ergebnis von Micronas.

Zwar stieg der Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres gegenüber der Vorjahresperiode um 5,7 Prozent auf 411,3 Mio. CHF, das Unternehmen musste allerdings einen Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 15,2 Mio. CHF hinnehmen und für die sechsmonatige Geschäftsperiode insgesamt einen Verlust von 6,5 Mio. CHF ausweisen. Im ersten Halbjahr 2005 konnte Micronas dagegen noch einen Gewinn von 19,9 CHF verzeichnen. Mit 95 Prozent lag die Auslastung der Fertigung aber auf einem hohen Niveau. Der Auftragseingang ereichte 416 Mio. CHF, der Auftragsbestand lag bis zum 30. Juni bei 235,1 Mio. CHF.

Micronas hofft nun auf eine steigende Nachfrage im Bereich High-Definition-TVs. Für diese Geräte hat das Unternehmen die neuste Generation an Audio- und Video-Encodern und -Decodern entwickelt und nach eigenen Angaben auch die Anfang des Jahres aufgetretenen produktionstechnischen Herausforderungen gemeistert. Außerdem dürfte sich die Nachfrage nach Chips für LCD-Fernseher nach oben entwickeln, auch wenn die Fußballweltmeisterschaft hier keine Impulse gegeben hat. Erstmals wurden in den Größen 30 und 34 Zoll weltweit mehr Fernseher mit LCDs als mit Bildröhren verkauft. Weil die Lagersituation nach der Fußballweltmeisterschaft schwer einzuschätzen ist, gibt Micronas einen vorsichtigen Ausblick auf das dritte Quartal und rechnet zwar aufgrund der Auftragseingänge mit einer Umsatzsteigerung um 13 bis 15 Prozent, allerdings mit einem bestenfalls ausgeglichenen Ergebnis. Dagegen ist das Wachstum im Automotive-Bereich nach wie vor ungebrochen. Neuentwicklungen im Sektor der Hall-Sensoren haben laut Micronas gute Aufnahme im Markt gefunden.