Messen + Testen Was Tablets in der Messtechnik bringen

Tablet-basierte Messtechnik-Konzepte gewinnen an Bedeutung
Tablet-basierte Messtechnik-Konzepte gewinnen immer mehr an Bedeutung

Vor allem wegen ihrer Bedienfreundlichkeit, der Mobilität, der weiten Verbreitung, der Applikations-Vielseitigkeit und der großen Nutzerakzeptanz nicht zuletzt in der jüngeren Ingenieurs-Generation gewinnen Tablet-basierte Messtechnik-Konzepte mehr und mehr an Bedeutung. Wir fragten hierzu Stefan Albert von National Instruments.

Elektronik: Welche Rolle spielen Tablets in der Messtechnik?

Stefan Albert: Im Vordergrund sollte immer der Nutzen für den Anwender stehen. Gerade jüngere Ingenieure verwenden Tablets privat ganz selbstverständlich und möchten auch im Arbeitsalltag nicht auf deren unkomplizierte Bedienung verzichten. Die Bedeutung von Tablets in der Messtechnik wächst also durch den zunehmenden Umgang mit den Geräten im privaten Bereich mit. Hier zeigen die modernen Benutzeroberflächen von Smartphones und Tablets einige Stärken auf. Ein großer Vorteil, bei der Arbeit mobil zu sein, liegt darin, dass Menschen nahezu jederzeit über Netzwerkzugriff verfügen. Ein Wissenschaftler kann ein System, das mit dem Netzwerk verbunden ist, von einem beliebigen Ort überall auf der Welt überwachen und steuern. Dieses Vernetztsein bringt dieselben Vorzüge eines jeden anderen vernetzten Systems mit sich: sofortiger Zugang zu Daten von jedem Ort sowie Effizienzsteigerungen durch Fernzugriff.

Elektronik: Auf dem Kongress „Virtuelle In­strumente in der Praxis“ hatte Ihr Unternehmen schon einmal die Aufmerksamkeit auf die Anwendung von Tablets in der Messtechnik gelenkt und gezeigt, wie das Programmieren mit LabVIEW auf einem Tablet in Zukunft aussehen könnte. Nach wie vor scheint das ein aktuelles Thema zu sein. Gibt es hier schon Neuigkeiten?

Stefan Albert: Das war im Prinzip noch nicht mal ein Prototyp, sondern lediglich ein Konzept bzw. eine Idee von Jeff Kodosky, Erfinder von LabVIEW und Mitgründer von National Instruments. Auch dieses Jahr werden wir im Oktober wieder auf dem VIP-Kongress 2014 Ausblicke auf solche künftigen Technologien geben, denn das Potenzial in diesem Segment ist noch längst nicht erschöpft. Eine Applikation, die es bereits seit Längerem auf dem Markt gibt und die auch kontinuierlich weiterentwickelt wird, ist das „Data Dashboard for LabVIEW“.

Elektronik: Was ist also nun der beste Weg zur mobilen Lösung?

Stefan Albert: Diese Frage haben wir uns auch gestellt. Herausgekommen dabei ist die Entwicklung der App „Data Dashboard for LabVIEW“, die es Anwendern erlaubt, eine individuell angepasste, dezentrale Benutzeroberfläche für LabVIEW-Systeme zu entwickeln. Die Kommunikation zwischen dem Tablet und dem Mess-, Steuer- oder Regelsystem kann über sog. Netzwerkumgebungsvariablen oder über Webdienste vorgenommen werden.

Ingenieure und Wissenschaftler verfügen so über eine mobile Lösung, ohne dass sie App-Programmierer oder Netzwerkspezialisten sein müssen. Hier schlägt sich also die Relevanz der Anwendung von Tablets in der Messtechnik direkt nieder.