»Telemetriezwerge«

Nur 22 x 44 mm groß sind die Telemetrie-Module der Dx-Serie von Caesar Datensysteme. Damit eignen sie sich sogar für Anwendungen mit beengtem Platz, wie etwa für die Drehmomentmessung an Antriebswellen.

Zum dritten Mal findet in diesem Jahr in Berlin der weltgrößte Kongress zum Thema „grüne Elektronik“ statt. Alle vier Jahre treffen sich hier Fachleute aus Industrie, Politik und von Umweltschutzorganisationen an der Spree.

Digitale Funktelemetrie, das bedeutet nicht nur eine gegenüber der herkömmlichen Analogtechnik (analoge FM-Übertragung) wesentlich höhere Genauigkeit und verringerte Störempfindlichkeit, sondern auch einen deutlich erhöhten Bedienkomfort.

Der bidirektionale Betrieb ermöglicht eine komfortabel programmierbare Fernsteuerung der Signalaufbereitung in allen Funktionen. Dazu zählen die stufenlose Verstärkung, ein automatischer Offsetabgleich über ein Mehrfaches des Messbereiches, digitale Filter sowie ein Test-Shunt.

Mit einem einzigen Telemetriemodul der Dx-Serie lassen sich bis zu vier Sensorsignale - davon zweimal DMS, außerdem Spannungen und Temperaturen - erfassen und übertragen. Zusätzlich, z. B. als Referenz, noch die Umgebungstemperatur der Messstelle. Die Abtastrate pro Kanal liegt bei bis zu 5 kHz. Die Geberversorgung ist ebenfalls integriert. Die Rotor- oder Sendeelektronik wird für den kontinuierlichen Betrieb induktiv versorgt, sie lässt sich aber auch über Stunden von Batterien oder Akkumulatoren mit Gleichspannung speisen.


Der Clou des Systems liegt in der neuen Empfangseinheit, die auf den ersten Blick nicht unbedingt an eine konventionelle Telemetrie-Wiedergabe erinnert. Für diesen Eindruck sorgt neben einem kontraststarken OLED-Farbdisplay vor allem ein Multifunktionsrad, wie man es unter anderem von portablen Mediaplayern kennt. Für die Wiedergabe stehen dabei nicht nur die üblichen Analogausgänge, sondern auch eine Ethernet- und eine CAN-Schnittstelle für die digitale Online-Übertragung der Messdaten an einen Rechner zur Verfügung. Mittels einer integrierten SD-Speicherkarte lässt sich das System auch zu einem autarken Datenlogger aufrüsten.
Eine Dx-Empfangsstation kann im Parallel-Betrieb mehrere Sender synchronisieren und die Telemetriesignale simultan erfassen, anzeigen, zwischenspeichern oder weiter übertragen. Das bedeutet, dass man zum Beispiel bei einem Allrad-Fahrzeug die Drehmomente an allen vier Antriebsachsen gleichzeitig messen und synchron erfassen kann. Für größere Messaufgaben lassen sich auch mehrere Systeme kaskadieren.

Das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (www.izm.fhg.de) organisiert den Kongress „Electronics Goes Green 2008+“ vom 8. bis 10. September 2008 im Estrel-Hotel. Der letzte Kongress „Electronics Goes Green 2004+“ lockte 511 Teilnehmer aus 35 Ländern in die deutsche Hauptstadt. Das damalige Kongressprogramm war mit 156 Vorträgen und Rednern aus 21 Ländern hochkarätig und international zugleich. Die seither rapide gewachsene Bedeutung des Themas lässt eine noch höhere Beteiligung erwarten.

Die diesjährige EGG-Konferenz (http://egg2008.izm.fraunhofer.de) ist in drei große Themenbereiche gegliedert:

  • Gesetzgebung – Auswirkungen, Verbesserungen und Harmonisierung,
  • Produkte, Systeme und nachhaltige Technologien,
  • Management und soziale Verantwortung.

Themen, die auch im Sonderheft Elektronik ecodesign, das am 27. August 2008 erscheinen wird, aufgegriffen werden.

Erstmals widmen sich die Veranstalter besonders intensiv dem Thema Wiederverwendung. Am 7. September, ein Tag vor der EGG-Konferenz, findet das „1st World ReUse Forum“ mit zahlreichen Präsentationen und Workshops zur weltweiten Gesetzeslage, zur Aufarbeitung und Vermarktung gebrauchter Geräte sowie zur aktuellen Forschung statt.

Den Vorsitz der Konferenz hat ein internationales Team – Prof. Patrick D. Eagen, University of Wisconsin-Madision, USA; Prof. Dr. Ab Stevels, TU Delft, Niederlande; Prof. Tadatomo Suga, Universität Tokio, Japan – unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Herbert Reichl von der TU Berlin. hs


Prof. Dr.-Ing. Herbert Reichl: „Elektronische Produkte und die Informations-/Telekommunikations-Technik haben ein großes Potential, die Grundbedürfnisse unserer Gesellschaften zu fördern und somit eine weltweite nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Dieser potentielle Vorteil muss mit den Umwelteinflüssen ausgeglichen werden – insbesondere die effektive Nutzung von Ressourcen und Energieeffizienz. Getrieben von der internationalen Gesetzgebung wie z.B. der EuP-Direktive, muss die Industrie ein tiefgreifendes Verständnis für dieses Thema entwickeln und in ihr Geschäftsmodell integrieren. Heutzutage wandeln sich elektronische Produkte von Teilen mit einzelnen Funktionen zu multifunktionalen Teilen, von Einzelgeräten zu vernetzten Geräten. Die aktuelle Integration – effiziente Techniken in einem Produkt – reicht nicht aus. Die Verbesserung des ganzen Systems muss das Ziel sein. Nur dann lassen sich erhebliche Verbesserungen in puncto Umwelt und Wirtschaftlichkeit generieren. Der Kongress ,Electronics Goes Green 2008+’ hat das Ziel, drei Hauptrichtungen abzudecken, die in Wirklichkeit eng miteinander verknüpft sind: den Gesetzgebungsbereich, technische Lösungen auf allen Systemebenen und die Beurteilung und Einführung von Nachhaltigkeit im Elektroniksektor.“