Sick AG steht zur Tochtergesellschaft

Ein zweistufiges Sanierungskonzept soll die Sick Stegmann GmbH - und damit auch den Geschäftsbereich »Drehgeber« - im Sick-Konzern wieder profitabel machen.

In einer ersten Etappe (bis Ende 2009) will das Unternehmen alle Strukturen und Prozesse optimieren. Dazu gehört unter anderem, dass man administrative Leistungen künftig großteils vom Mutterkonzern einkaufen wird. Dadurch werden etwa 30 Arbeitsplätze in Donaueschingen wegfallen.

In der zweiten Etappe werden die Kapazitäten in der Produktion an die Auftragslage angepasst. Das Unternehmen wird bis Anfang 2010 die Kurzarbeit nutzen, um Kosten zu sparen und die Verluste zu reduzieren. Bevor man sich von Mitarbeitern in der Produktion trennt, wartet man die Entwicklung in den kommenden Monaten ab. Sollte die Auftragslage auf unverändertem Niveau bleiben, wird das Unternehmen die Anzahl der Mitarbeiter in der Produktion verringern müssen. Die dann notwendigen Kapazitätsanpassungen werden ab Januar 2010 umgesetzt. Im administrativen Bereich soll es in der zweiten Etappe keine weiteren Kapazitätsanpassungen geben.

Das Produktportfolio von Sick Stegmann sei aus dem Gesamtangebot des Konzerns nicht mehr wegzudenken, hieß es in einer Stellungnahme. Daher stehe die Sick AG auch in schwierigen Zeiten zu diesem Geschäftsbereich. »Alle Maßnahmen dienen dazu, Sick Stegmann auf Dauer international wettbewerbsfähig zu machen und so möglichst viele Arbeitsplätze in Donaueschingen zu sichern«, erklärte Dr. Bernd Cordes, Sprecher der Geschäftsführung der Sick Stegmann GmbH, gegenüber der Belegschaft.

»Wir werden uns bemühen, für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen wir uns trennen müssen, eine berufliche Perspektive zu schaffen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat, der Personalabteilung der Sick AG und der Agentur für Arbeit werden wir entsprechende Konzepte entwickeln. Ziel ist, für alle, die das Unternehmen verlassen, möglichst lange eine finanzielle Sicherheit und individuelle Qualifizierungsmöglichkeiten zu bieten.«

Beim Mutterhaus, der Sick AG in Waldkirch, wurden betriebsbedingte Kündigungen für 2009 per Betriebsvereinbarung ausgeschlossen. Doch auch für die Konzernmutter sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin schwierig. Die Nachfrage nach Investitionsgütern und damit nach Sensorik sei schwach, der allgemeine Export bewege sich nach wie vor auf niedrigem Niveau, hieß es. Zum 31. Mai 2009 rangierten Umsatz und Auftragseingang unterhalb der Vorjahreszahlen. Der Umsatzrückgang im Konzern lag zum Vergleichzeitraum des Vorjahres bei 23 Prozent.

Als Reaktion darauf hat Sick ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm gestartet und gleichzeitig die Vertriebsaktivitäten verstärkt. Das Unternehmen bringt in diesem Jahr jede Woche ein neues Produkt auf den Markt – und setzt damit seine langjährige Strategie der Innovationsführerschaft auch in der Krise fort.

Die 1946 gegründete Sick AG mit Stammsitz in Waldkirch im Breisgau beschäftigt weltweit über 5000 Mitarbeiter und erzielte 2008 einen Konzernumsatz von 737,3 Millionen Euro.