Rohde & Schwarz – 75 Jahre Tradition und Weitblick

Roland Steffen, Executive Vice President und Head of Test and Measurement Division bei Rohde & Schwarz im Interview. Er erläutert die maßgeblichen Faktoren für den Erfolg des Unternehmens und welche Ziele Rohde & Schwarz die nächsten Jahre verfolgt.

Rohde & Schwarz feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Mit einem Jahresumsatz von 1,4 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2007/2008 und seinen aktuell 7500 Mitarbeitern hat sich das Unternehmen sicher durch die guten und weniger guten Jahre manövriert. Heute ist es vom Kommunikationstechnik-Markt nicht mehr wegzudenken. Roland Steffen, Executive Vice President und Head of Test and Measurement Division bei Rohde & Schwarz, erläutert, was die maßgeblichen Faktoren für den Erfolg sind und welche Ziele das Unternehmen für die nächsten Jahre verfolgt. 

Markt&Technik: In der momentanen Weltwirtschaftslage klagen viele Unternehmen über zum Teil drastische Umsatzeinbußen. Inwieweit mussten Sie Ihre Geschäftsziele an das veränderte Umfeld anpassen?

Roland Steffen: Mit 1,4 Mrd. Euro hat Rohde & Schwarz im vergangenen Geschäftsjahr einen dem Vorjahr vergleichbaren Umsatz erzielt. Dabei haben wir vor allem in der Mess- und Rundfunktechnik mehr Geräte verkauft; durch den deutlich erstarkten Euro sind jedoch die am Markt erzielbaren Preise gesunken. Unser Ziel bleibt ganz klar, weiter Marktanteile in allen Geschäftsbereichen zu gewinnen.  Langfristig vertrauen wir darauf, dass wir ein sehr breit aufgestellter Konzern sind. In allen Bereichen haben wir bereits früh Trends aufgegriffen, die Wachstum erwarten lassen. So adressieren wir mit unseren Geräten etwa das stark gestiegene Sicherheitsbedürfnis, und auch die aufkommende Digitalisierung des Fernsehens bietet Chancen. Hier ist der Markt noch lange nicht gesättigt.

Heißt das, dass Sie von der derzeitigen Krise weniger stark betroffen sind?

Auch wir spüren momentan eine gewisse Verunsicherung bei unseren Kunden. Vielfach halten sie ihre Investitionen zurück und warten ab. Vor allem die Handy-Hersteller sind unter Margendruck geraten – das betrifft uns als Messtechnikhersteller natürlich direkt. Wir beobachten genau, was am Markt passiert, hoffen aber darauf, dass es sich zunächst nur um eine zeitliche Verschiebung des Geschäftes handelt. Ausgleichend wirken sich derzeit die Mikrowellentechnologien speziell im Bereich Aerospace & Defence aus. Hier haben die Hersteller einfach andere Zyklen. Zudem stehen hier immer wieder Maschinenwartungen, Upgrades oder auch ein Ersatz für langlebige Systeme an.

Rohde&Schwarz ist im Gegensatz zu den meisten Wettbewerbern ein privat geführtes Unternehmen. Sehen sie das als Vorteil?

Ja, ganz klar. Es kommt uns zugute, dass wir nicht dem Druck ausgesetzt sind, jedes Quartal unsere Ergebnisse öffentlich präsentieren und rechtfertigen zu müssen. Das gibt uns Luft, langfristig zu planen und unsere Strategien konsistent zu verfolgen. Das ist gerade im derzeitigen wirtschaftlich schwierigen Umfeld ein wichtiger Faktor.

Rohde&Schwarz ist in vielen Bereichen der Messtechnik, Kommunikation und im Broadcasting zu finden. Wie schafft man es, in allen Bereichen vorne mit dabei zu sein?

Wir wollen in allen Bereichen, in denen wir aktiv sind, mindestens die Nummer zwei am Markt sein. Dieses Ziel verfolgen wir kontinuierlich. Und wenn man mal genauer hinschaut, zieht sich ein Thema durch das ganze Unternehmen: die Drahtlos-Technologien. Insofern könnte man sagen, dass wir ein breit aufgestellter Spezialist sind. Als großes Unternehmen hat man es hier aber auch leichter, denn die Technologien ergänzen sich bereichsübergreifend.