RF-Transceiver-Test – ein Megatrend?

Mit der sich rasant weiterentwickelnden Funktechnik bei Handys steigt auch die Anzahl der Hochfrequenzbausteine. Der Kostendruck auf die Hersteller wird dadurch größer, doch der Halbleiter-Testsystem-Spezialist Advantest sieht genau hier eine Chance.

»Betrachtet man die ›Erfolgsstory Mobiltelefon‹, die 2007 zu ca. 1,2 Milliarden verkauften Mobiltelefonen führte, ist der Begriff Megatrend zweifelsfrei zutreffend«, erklärt Adolf Finkenzeller, Sales Manager Northern Europe bei Advantest (Europe). »Die Entwicklung ausgefeilter drahtloser Funktechnik und deren Hochintegration in handliche Mobiltelefone gaben in den 80er-Jahren den Startschuss für diese Rallye. Blickt man nur 20 Jahre zurück, so nutzte kaum jemand ein drahtloses Kommunikationsgerät, heute hingegen sind z.B. Mobiltelefone weit verbreitete Life-Style-Produkte.«

Der typische Geschäftsreisende nutzt neben Multi-Band-Mobiltelefonen auch noch Bluetooth, WLAN, UMTS/W-CDMA und andere Drahtlos-Dienste. »Aktuell steigen die Fertigungszahlen vor allem durch hohe Wachstumsraten in Schwellenländern wie Indien und China«, führt Finkenzeller weiter aus. »Aber auch in den Industrienationen sorgen neue Features wie integrierte Fotokameras, GPS, Media Player und Internet Access für kontinuierlich hohe Anreize, Endgeräte in kurzen Zeiträumen austauschen. Endgerätehersteller prognostizieren daher ein ungebrochen starkes Stückzahlwachstum von rund 10 Prozent pro Jahr auch für die kommenden Jahre.«

Wie kommt man aber nun auf den Begriff »Megatrend« in Zusammenhang mit RF-Transceiver-Test? »In drahtlosen Geräten sind es HF-Baugruppen, so genannte RF-Transceiver-Bausteine, die für den Empfangs- und Sendebetrieb sorgen«, erklärt der Experte. »Insbesondere die Funktionalität und Qualität dieser Komponenten hat sich in den zurückliegenden Jahren rasant weiterentwickelt. Anfangs versorgte diese Baugruppe gerade mal einen Funkkanal, der darüber hinaus auch noch auf mehrere Bausteine verteilt war.

Technologiefortschritte ermöglichen heute die Integration dieser Komponente zu Transceiver- und ‚Single-Chip’-Mobiltelefon- bzw. WLAN-Bausteinen mit einer Vielzahl von Funkbändern und gleichzeitig wesentlich erweiterten Funktionen.« Gegenwärtig findet sich z.B. in Mobiltelefonen meist eine monolithische 4-Band-Transceiver-Version für die 800-, 850-, 1800- und 1900-MHz-GSM/GPRS/EDGE-Bänder mit typisch sechs RF-Ports. High-end-Geräte nutzten bereits 6- und 7-Band-Transceiver mit bis zu zwölf RF-Ports, um UMTS/W-CDMA zu versorgen. Bei den kostengünstigen »Single-Chip«-Mobiltelefon-Bausteinen sind es überwiegend integrierte 2-Band-Transceiver mit vier RF-Ports.