MIMO birgt neue Herausforderungen für ATE-Testlösungen

Nach Überzeugung der ATE-Spezialisten von Advantest könnte MIMO die aktuellen IC-Testmethoden vor neue Probleme stellen. Das Unternehmen adressiert die Anforderungen der neuen HF-Bausteine nun mit seinem erweiterten OpenStar-T2000-Tester.

Wireless-MIMO-Bausteine (Multiple-Input, Multiple-Output) halten Einzug in die Massenfertigung. Das verdanken sie ihrem hohen Datendurchsatz und der hohen spektralen Ausnutzung der Bandbreite. Diese neue Technologie fordert aber auch, dass geeignete ATE-Testlösungen für die Produktion verfügbar sein müssen.

»In der Vergangenheit wurde erwartet, dass ATE-Testlösungen hauptsächlich auf Produktionstest ausgerichtet sind, dabei spielten analytische Testfunktionen eine eher untergeordnete Rolle«, erklärt Siegfried Fuchs, Product Manager bei Advantest Europe. »Auch wenn es Anzeichen dafür gibt, dass sich dieser Trend fortsetzt, gibt es gleichzeitig auch viele Hinweise darauf, dass sich die Lücke der Eigenschaften zwischen der sogenannten F&E- und der ATE-Instrumentierung verringern wird. Das heißt, die ATE-Industrie wird immer mehr Features in ihre Produkte implementieren müssen, um der Nachfrage nach einem kürzeren ›Time-to-market‹ gerecht zu werden.«

Die Testherausforderung von MIMO-Bausteinen

Heutzutage werden non-MIMO-Bauelemente wie z.B. Multiband-HF-Transceiver-ICs in der Produktion auf ATE-Systemen geprüft. Man könnte sich also fragen, was denn der Unterschied und die Herausforderung bei den MIMO-Bausteinen ist, wenn doch die ATE-Industrie diese Mehrband-Systeme schon seit langem erfolgreich testet. »Die Antwort liegt darin, dass MIMO-Systeme die Übertragung gleichzeitig auf verschiedenen Pfaden nutzen, das heißt, dass sie jederzeit alle aktiv sind, egal ob sie Daten senden oder empfangen«, verdeutlicht Fuchs. »Bei einem Multiband-Handy hingegen ist nur ein Sender- und Empfängerpfad aktiv. Um MIMO-Bausteine testen zu können, muss die Architektur der Testsysteme eine ähnliche Struktur aufweisen, wie die Bauelemente selbst. Im Augenblick erwarten wir bis zu 4x4-MIMO, das bedeutet, die Testsysteme müssen jeweils vier unabhängige Sender und Empfänger haben.« Diese Anforderung rührt von verschiedenen Interferenzmessungen her, die an den Sendern und Empfängern durchgeführt werden müssen.