Jahresende bei LeCroy: Umsatzrückgang, aber Stabilisierung in Sicht

Wie viele andere Messtechnik-Hersteller hat auch LeCroy sein Geschäftsjahr mit deutlichen Umsatzeinbußen abgeschlossen. Dennoch sieht das Unternehmen für die nächsten Quartale zumindest eine gewisse Stabilisierung am Markt.

Der Gesamtumsatz für das abgelaufene Geschäftsjahr lag bei 133,9 Millionen US-Dollar gegenüber 160,5 Mio. im Vorjahr, der Nettoverlust bei 106,7 Mio. Dollar. Der Verlust resultiert nach Angaben von LeCroy jedoch nicht aus dem Geschäftsbetrieb, sondern ergibt sich durch eine aus Steuergründen getätigte Sonderabschreibung – eine so genannte Goodwill-Abschreibung - betreffend der vor einigen Jahren übernommenen Firmen CATC und Catalyst in Höhe von 105,7 Mio. Dollar. Aus dem Geschäftsbetrieb der non-GAAP-Bilanz ergäbe sich lt. LeCroy somit sogar einen Gewinn von 8,3 Mio. Dollar. »Wir haben uns extrem schnell auf die neuen Geschäftsbedingungen eingestellt, uns neu strukturiert und sind trotz der branchenüblichen Umsatzrückgänge immer noch profitabel«, betont Guido Wolf, Marketing Manager EMEA bei LeCroy.
 
Mit rund 27,2 Millionen Dollar Umsatz (Q4/08: 40,6 Mio.) und einem Nettoverlust von knapp 3,4 Mio. Dollar hatte das vierte Quartal zum Jahresergebnis beigetragen. »Das vierte Quartal entsprach unseren Erwartungen«, so Tom Reslewic, President und Chief Executive Officer bei LeCroy. »Im Hinblick auf die anhaltende weltweite Rezession, verlief die Nachfrage ähnlich wie im dritten Quartal.«

Positiv sieht Reslewic das Geschäft mit den High-End-Oszilloskopen: »Wir verzeichneten nun im zweiten Quartal in Folge eine starke Nachfrage nach unseren WaveMaster-8-Zi-Oszilloskopen. Trotz der weltweiten Verlangsamung am Markt suchen Entwickler von Next-Generation-Serial-Data-Systemen immer mehr nach High-Performance-Tools.« De Facto habe man mehr Oszilloskope mit Bandbreiten über 6 GHz verkauft, als man es vor der Krise geplant habe. Und nicht zuletzt habe man dank der neuen High-End-Scopes auch Marktanteile in einem in sich nicht wachsenden Markt gewonnen.

In den letzten zwei Quartalen hatte LeCroy zu umfassenden Sparmaßnahmen gegriffen. Jetzt jedoch sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt für die aktuelle Marktsituation und plant derzeit keine weiteren Anpassungen. Mehr noch: Resultierend aus den Anfragen und Aufträgen aus dem Ende des vierten Quartals 2009 und den ersten fünf Wochen des neuen Geschäftsjahres 2010 sieht Reslewic erste Anzeichen dafür, dass sich der Markt beruhigen könnte: »Der Halbleiter- und Konsumermarkt in den USA und in Asien stabilisiert sich derzeit, jedoch hängen das Automotive- und Industriesegment in Europa noch hinterher«, so Reslewic.

Für Q1/10 geht Reslewic von einem Umsatz zwischen 26 und 29 Millionen US-Dollar aus. Ab dem Dezemberquartal sieht er eine weitere Erholung der Marktlage.

Da lohnt sich doch der Ausblick auf bessere Zeiten. Auf die Frage, wann man neue Investitionen plane, antwortete Reslewic: »Wir haben in den letzten Quartalen jeweils 6 Millionen Dollar an operativen Ausgaben eingespart. Wenn die Erholung einsetzen würde und wir dieses Geld wieder hätten, würde ich es in drei Teile teilen: Für die ersten 2 Millionen würde ich die Gehalts- und Bonuskürzungen aufheben. Die zweiten 2 Millionen würde ich in R&D und in neue Vertriebsleute investieren. Und die letzten 2 Millionen würde ich als Rücklage für das Unternehmen halten.«

Bis LeCroy wieder auf dem Niveau von 2008 ankommt, also bei rund 40 Millionen Dollar Umsatz pro Quartal, wird es wohl noch eine Weile dauern, aber laut Reslewic ist das Unternehmen so, wie es derzeit ist, gut aufgestellt, um das frühere Level erneut zu erreichen.