»Es ist die Expertise, die den deutschen Mittelstand stark macht«

Die FRT Fries Research & Technology hat sich als deutscher Mittelständler weltweit einen Namen gemacht, wenn es um zerstörungsfreie 3D-Oberflächenmesstechnik geht. Gründer und geschäftsführender Gesellschafter Dr. Thomas Fries im Interview.

Markt&Technik: Herr Fries, als relativ kleines, mittelständisches Messtechnik-Unternehmen müsste man annehmen, dass Sie es dieser Tage nicht leicht haben. Doch mit einem Auftragseingangs-Plus von 70 Prozent in Q1/2009 im Vergleich zum Vorjahresquartal beweisen Sie genau das Gegenteil. Wie kommt das?

Dr. Thomas Fries: Das erste Quartal 2009 war in der Tat das beste in unserer Firmengeschichte. Zum Erfolg in diesen schwierigen Zeiten tragen mehrere Faktoren bei: Zum einen ist es sicherlich von Vorteil, dass wir breit aufgestellt und damit unabhängig von den Schwankungen einzelner Marktsegmente sind.

Zum anderen haben wir es anscheinend verstanden, den Markt genau zu beobachten und frühzeitig zu verstehen, was der Anwender wirklich braucht. Es bringt nichts, immer mit den besten, schnellsten und schönsten Produkten auf den Markt zu kommen, wenn sie an den speziellen Anforderungen der Kunden vorbei gehen. Ein weiterer Faktor zum Erfolg war, dass wir im Jahr 2008 unsere Vertriebsstruktur kräftig erweitert haben. Auch hier haben wir um 70 Prozent zugelegt. Das zahlt sich jetzt aus.

Ihre Hauptkonkurrenten sind große US-amerikanische Unternehmen. Wie setzen Sie sich gegen diese durch?

Genau betrachtet bringt es eine Reihe von Vorteilen, als »Kleiner« gegen die »Großen« zu stehen. Die großen Mitbewerber bereiten den Markt auf, sie überzeugen die Kunden von der Notwendigkeit, dieses oder jenes messen und prüfen zu müssen. Noch dazu nehmen die großen Wettbewerber uns als Kleinunternehmen oft nicht richtig ernst. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, dass wir als kleines Unternehmen sehr viel flexibler auf die Anforderungen der Kunden reagieren können.

So haben wir z.B. in Anbetracht der wirtschaftlichen Situation einiger Kunden eine geplante Entwicklung einfach vorgezogen, weil gerade JETZT der Bedarf da ist. Es geht dabei um ein so genanntes optisches Profilometer zur hochpräzisen Oberflächencharakterisierung , das bereits für unter 50.000 Euro zu haben ist, dabei aber immer noch hervorragende technische Daten bietet. Die Herausforderung für uns liegt eher darin, weltweit einen 24/7- Stunden-Service anbieten zu können. Mit unseren eigenen Ressourcen ist das derzeit noch nicht möglich, daher haben wir uns mit Partnern verstärkt, die dies weltweit mit uns abdecken.

Geht Ihr Konzept auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf?

Gerade dann. Die großen Mitbewerber müssen ihren ganzen Verwaltungsapparat mit tragen und haben aufgrund der wirtschaftlich unsicheren Situation ihre Entwicklungen zum Teil zurückgestellt. Es kommt derzeit zu einer Art Marktbereinigung. Da liegt unsere Chance. Acht oder neun der 20 wichtigsten MEMS-Firmen wie z.B. Bosch oder VTI Technologies haben sich bereits für unsere Lösungen entschieden. Darüber hinaus bin ich ein großer Fan der so genannten Hidden Champions. Sie bilden das Rückgrat Deutschlands, und sie repräsentieren auch einen Großteil unserer Zielmärkte.