Einige Anwendungsbeispiele für Oszilloskope

Oszilloskope gibt es viele auf dem Markt. Schaut man genauer hin, liegen die großen Unterschiede in der analogen Bandbreite, der Speichertiefe, der Erfassungstechnik, der Bildschirmqualität, in den Auswertemöglichkeiten und natürlich auch im Preis. Für einige Anwendungen wird ein großer...

Oszilloskope gibt es viele auf dem Markt. Schaut man genauer hin, liegen die großen Unterschiede in der analogen Bandbreite, der Speichertiefe, der Erfassungstechnik, der Bildschirmqualität, in den Auswertemöglichkeiten und natürlich auch im Preis. Für einige Anwendungen wird ein großer Erfassungsspeicher benötigt, nicht aber eine hohe Analogbandbreite. Dieser Artikel zeigt verschiedene Anwendungsbeispiele und deren Anforderungen an die Geräte auf.

Beim Auffinden seltener Störereignisse, d.h. sporadisch auftretenden Fehlern, ist die Triggerrate eines Oszilloskops von entscheidender Bedeutung. Wenn z.B. bei einem 1-MHz-Signal pro Sekunde ein Fehler auftritt, entspricht das einem von 1 000 000 Signalen. Misst man mit einfachen Oszilloskopen, die typischerweise 200 Signale pro Sekunde erfassen können, benötigt man statistisch gesehen 5000 Sekunden oder fast 1,5 Stunden, um dieses Signal einmal zu erfassen. Ein Agilent-DSO/ MSO triggert z.B. mit 100 000 Signalen pro Sekunde, so dass man das gleiche Ergebnis in zehn Sekunden erhält. Auch eine gezielte Triggerung erlaubt die Erfassung sporadischer Ereignisse, dazu muss man aber bereits vor der Messung wissen, wie das Störsignal aussieht.

Für Videosignale eignet sich die analogähnliche Erfassung. Die Agilent-Serie 5000A/6000A/7000A erfasst Signale dreidimensional. Die Häufigkeit jeder Spannung-/Zeit-Koordinate wird gezählt und die Punkte unterschiedlich hell dargestellt. Dies hat den gleichen Effekt wie das Nachleuchten des Strahls bei analogen Oszilloskopen, wo der Strahl auf den mit Phosphor beschichteten Bildschirm trifft. Häufige Signalteile werden heller dargestellt als seltene Signalteile (Bild 1). Somit sind diese Oszilloskope insbesondere für Video-Applikationen und z.B. modulierte Signale geeignet. Man erhält eine Information zu der zeitlichen Verteilung des Messsignals – und dies mit 100 000 Signalen pro Sekunde.