Drehknöpfe für Software

Die britischen Girton Labs haben mit SenseSurface ein Konzept entwickelt, das die Steuerung von Software mit echten Drehknöpfen oder Schaltern erlaubt - zwar keine revolutionäre, aber eine für viele Bereiche interessante Art des Mensch-Maschine-Interface.

In der elektrischen Messtechnik und vor allem der Sensortechnik ist das Verändern  von Softwareparametern durch physische Elemente wie Potentiometer, Dehnungsmesstreifen, Schalter oder Inkrementalgeber u.a. seit langem gang und gäbe.

Hier verändern diese physischen Schaltelemente die nachgeordnete Software aber aufgrund einer Messwertänderung oder Grenzwertüberschreitung - nicht aber primär aufgrund rein menschlichen Zutuns mit der dahinter stehenden Absicht, die Software zu einer Aktion zu bringen.

Auch bei Spielen und Flugsimulatoren ist die Software-Steuerung durch Joysticks, Schalter oder Steuerknüppel bereits eingeführt. Nicht jedoch beispielsweise in den  Sektoren der Audio-/Video-Bearbeitung, der Simulationstechnik, der Schulung und  Ausbildung oder der reinen Steuerungstechnik bzw. der Automatisierung.

Und auch bei der Bearbeitung von großen Excel-Tabellen könnte ein Drehknopf das übliche Durchscrollen wesentlich erleichtern

Die physischen Bedienelemente des neuen Konzepts werden dazu einfach an der  entsprechenden Stelle am Bildschirm eines Laptops angebracht und können dann anstelle von Maus- oder Tastatursteuerung genutzt werden. Das erlaubt beispielsweise, Software für die Musikbearbeitung mit klassischen Knöpfen praktisch wie ein Mischpult zu bedienen.

Das Interface in den Rechner ist die USB-Schnittstelle. Eine spezielle Sensormatrix, die auf der Rückseite des Laptop-Bildschirms angebracht wird, dient dazu, die Position von Bedienelemente zu bestimmen. Erstes realisiertes  Beispiel sind Drehknöpfe, deren Drehung mittels spezieller Bewegungssensoren bestimmt und in ein digitales Ausgangssignal umgewandelt wird, was, der Steuerung eines Computerprogramms dient.

Am Bildschirm werden die Knöpfe magnetisch befestigt, dementsprechend einfach sind sie wieder zu entfernen oder zu repositionieren. Es gibt keine Fingerabdrücke am Bildschirm wie bei normalen Touchscreen-Oberflächen.  In Produktionsreife soll dieses Konzept für einen PC weniger als 70 Euro kosten, Angaben dazu, wann es tatsächlich auf den Markt kommt, gibt es bislang jedoch nicht.