Use-case Aktives Lastmanagement mit Smart Metern

Smart Meter-Träume wachsen nicht in den Himmel, so meint Eberhard Holstein, Geschäftsführer der Grundgrün Energie GmbH. Bei einer Minderheit von Prosumern und großen Stromverbrauchern können sie jedoch Kosten sparen und machen Sinn, z.B. in Verbindung mit Lastmanagement und variablen Stromtarifen.

Die EU-Vorgabe, bis 2020 80 Prozent der Verbraucher mit intelligenten Messsystemen auszustatten, hält Eberhard Holstein, Geschäftsführer der Grundgrün Energie GmbH für nicht zielführend. Auch die im »Eckpunktepapier« des Bundeswirtschaftsministeriums ins Spiel gebrachte Kostenobergrenze von 100 Euro pro Verbraucher für intelligente Messsysteme sei unrealistisch.

»Die 80 Prozent erstaunen ebenso wie die 100 Euro,« sagt Eberhard Holstein, Geschäftsführer der Grundgrün Energie GmbH, »denn die ursprünglich angedachten Smart-Meter-»Vollversionen«, die z. B. das so oft zitierte Demand Side Management ermöglichen, sind für diesen Preis absehbar schlicht nicht zu haben.«

Die Hoffnung, dass die Vertriebe die Mehrkosten für leistungsfähige Smart Meter übernehmen, teilt Holstein nicht. »Die Werthaltigkeit des Stroms in einem durchschnittlichen Haushalt beträgt um die 250 EUR, die Margen liegen für die Vertriebe häufig bei weniger als einem Drittel.«

Lohnend werden intelligente Messsysteme nach Holsteins Einschätzung lediglich bei ein bis drei Prozent der Stromkunden, den regenerative Energien erzeugenden »Prosumern« mit abschaltbaren Lasten wie PV-Anlagen, Mikro-BHKWs, Wärmepumpen, etc. und den Stromkunden mit mehr als 10.000 kWh Jahresverbrauch. Beispielsweise indem intelligente Messsysteme die Einbindung der Kunden in virtuelle Kraftwerke herstellen und Lastmanagement ermöglichen.

Für diese Kunden bietet Grundgrün eine passende Plattform, an die sich Kunden mit ihren Messsystemen anschließen können um danach etwa ihre Stromkosten durch Flexibilisierung ihres Verbrauchs zu senken. Kunden mit Messsystemen können etwa das Produkt »Grundgrüner Strom Index Spot« beziehen, bei dem der Strompreis direkt an den Börsenpreis gekoppelt ist. Registriert wird der Verbrauch beim Kunden viertelstündlich und mit dem jeweiligen Stundenpreis der Day-Ahead-Auktion der EPEX multipliziert. Einen Leistungspreis erhebt Grundgrün nicht. Das börsentäglich an Kunden verschickte Prognosetool informiert die Stromkunden über die Börsenpreise des Folgetages. So können auch kleine und mittlere Unternehmen Produktionsprozesse in Zeiten günstiger oder sogar negativer Strompreise verlegen.