Mentor Graphics/Agilent: Entwicklungszeit von HF-Leiterplatten halbiert

Mentor Graphics und Agilent haben eine gemeinsame Lösung entwickelt, die laut eigenen Angaben die Design-Zeit von HF-Schaltungen auf Leiterplatten bis zu 50 Prozent verkürzt. Erreicht wurde dies durch die enge Integration von Mentors PCB-Werkzeugen Expedition und Board-Station-XE mit Agilents Advanced-Design-System-Software.

»Bei Systemdesigns ist es mittlerweile die Norm, dass auf derselben Leiterplatte digitale, analoge und HF-Komponenten für Wireless-, Handheld- und Telekom-Anwendungen untergebracht sind«, so John Isaac, Director Systems Design Division von Mentor Graphics. Das Problem dabei ist allerdings, dass die PCB-Design-Tools und die HF-Design-Werkzeuge nur minimalistisch miteinander kommunizieren. »Kunden erzählen uns, dass es bei der Produktentwicklung aufgrund der Trennung zwischen HF-Design/-Simulation und Leiterplattenimplementierung zu Verzögerungen kommt«, erläutert Jim McGillivary, Vice-President und General-Manager von Agilents EEsof EDA Division. Tatsächlich werden bislang die Daten aus beiden Umgebungen praktisch händisch aufbereitet und dann übergeben - eine Vorgehensweise, die sehr zeitintensiv und fehlerbehaftet ist. Um dieses Manko zu beheben, haben die beiden Marktführer in den jeweiligen Disziplinen – Mentor Graphics bei den PCB-Design-Tools und Agilent bei den HF-Entwicklungswerkzeugen – vor zwei Jahren begonnen, ihre Werkzeuge eng zu integrieren, um einen reibungslosen und schnellen Datenaustausch zu ermöglichen. Herausgekommen ist nun eine Lösung, die tatsächlich beeindruckt, wie auch erste interne Tests belegen. »Wir haben drei Monate oder mehr in einem achtmonatigen Entwicklungszyklus damit verbracht, kundenspezifischen Code zu schreiben, um die HF-Layouts von ADS auf Mentor zu transferieren«, erklärt Tom Gray, Spectrum-Analyzer-Project-Engineer bei Agilent, der einer der ersten Beta-Kunden war. »Zudem haben wir eine Person abgestellt, zu deren einzigen Aufgabe die exakte Übertragung dieses Designs von ADS auf Mentor gehört.« Diese Zeit könne sich sein Team nun sparen und noch einiges darüber hinaus. »Mit der dynamischen Verbindung von ADS mit Expedition könnte sich die Entwicklungszeit um die Hälfte reduzieren lassen«, ist sich Gray sicher. Noch muss es sich zeigen, ob eine 50-prozentige Zeitverkürzung tatsächlich erreicht werden kann, denn laut John Isaac liegen bislang keine weiteren Fallstudien vor, trotzdem ist er sich sicher, dieses Ziel zu erreichen. Erste Kunden, denen er die neue Lösung vorgestellt habe, seien jedenfalls begeistert gewesen. Isaac erhofft sich damit in Zukunft, auch den einen oder anderen Anwender zu einem Plattform-Wechsel bewegen zu können. »PCD-Entwickler entscheiden sich nur dann zu einem Tool-Wechsel, wenn die Vorteile wirklich groß sind, und das ist mit unserer gemeinsamen Lösung der Fall«, ist Isaac überzeugt.