Medizintechnik: Bildgebende Verfahren werden wichtiger

Derzeit findet in München der Weltkongress der Medizintechnik statt. Die Höhepunkte des Kongresses sind Weiterentwicklung der Röntgenstrahlung und der Magnetresonanz aber auch die Entwicklung neuer Strahlentherapien beim Einsatz gegen Krebs.

So sei beim Röntgen das »Phasen-Kontrast-Röntgen« vergleichbar mit der Entwicklung des Elektronenmikroskops in der Mikroskopie, so Prof. Wolfgang Schlegel vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Dabei ist nicht die Intensität der Strahlung relevant, sondern wie deren Wellenlänge im Körper verschoben wird. Dazu benötigt man monochromatische Strahlung, die bisher nur als Synchrotron-Strahlung in großen Speicherringen wie am Berliner BESSY oder am DESY in Hamburg erzeugt werden konnte. Prof. Franz Pfeiffer von der TU München hat nun eine einfacheres Verfahren entwickelt, diese monochromatische Röntgenstrahlung zu erzeugen und sie in Praxen nutzen zu können. Mit dem Phasen-Kontrast-Röntgen lässt sich der Kontrast beim Röntgen von Weichteilgeweben deutlich erhöhen, was etwa die Diagnose von Brustkrebs verbessert.

Bei der Strahlentherapie sei ein Wandel durch die Integration von bildgebenden Verfahren direkt in den Behandlungsablauf erkennbar, sagte Prof. Schlegel. So zeigen mehrere Entwicklungen, wie Tumore direkt bei der Bestrahlung sichtbar gemacht werden und sich somit Verschiebungen erkennen lassen.

Ein neues Verfahren zur Erzeugung von Röntgenstrahlen hat Dr. Otto Zhou von der Universität North Carolina vorgestellt. Statt einer Elektronenquelle aus Wolfram hat sein Team Kohlenstoff-Nanoröhren verwendet. Diese Entwicklung hat Siemens Healthcare zusammen mit Xintech, einem Start-up der Uni, zu einem Prototyp weiterentwickelt.

Das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf berichtete über Fortschritte bei der Hadronentherapie. Dabei werden Tumore nicht mit Röntgenstrahlung sondern mit Teilchenstrahlung in Form von beschleunigten Protonen oder schwereren Ionen-Kernen (zum Beispiel Kohlenstoff C-12 oder Sauerstoff O-16-Atomkernen) bestrahlt. Das ist präziser und schont das umliegende Gewebe besser als Röntgenstrahlung. Aber auch bei dieser Strahlung müssen die Teilchen sehr stark beschleunigt werden. Abhilfe sollen hier kompakte Teilchenbeschleuniger auf Basis von Hochleistungs-Kurzpulslasern schaffen. Mit einer Leistung von 150 TW hat das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf zwar den deutschlandweit stärksten Ultrakurzpulslaser, allerdings nur für 10 Femto-Sekunden. Es gibt also noch viel zu tun.

Weitere Entwicklungen auf dem Weltkongress der Medizintechnik sind neue Computersimulationen, an denen Herzkrankheiten oder Tumore bzw. deren Behandlung besser studiert werden können. Der Kongress läuft noch bis zum 12. September.