Medizinelektronik-Markt: Wachstumsmotor Export

Der Medizinelektronikmarkt wächst – da sind sich alle einig. Doch es könnte noch besser laufen. Investitionsstau bremst Deutschland als High-Tech-Standort.

Mit einem erwarteten Umsatzplus im Inland von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geht es dem deutschen Medizinelektronik-Markt gut. Auch im Auslandsumsatz sieht die Prognose gut aus: Der zu erwartende Umsatz von 11,9 Mrd. Euro liegt 6 Prozent über dem Vorjahr. Der von den Analysten bei Spectaris prognostizierte Gesamtumsatz liegt damit bei 18,6 Mio. Euro für 2008, was 6,5 Prozent über dem Vorjahresergebnis läge.

Die Exportquote liegt dabei unverändert hoch: 64 Prozent aller in Deutschland hergestellten Medizintechnik-Produkte gehen ins Ausland. »Die hohe Akzeptanz deutscher Medizintechnik im In- und Ausland ist ein klarer Beleg für die starke Innovationskraft der Branche, die durch überdurchschnittlich hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung gekennzeichnet ist«, kommentiert Tobias Weiler, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei Spectaris, die hohe Exportquote. Der Anteil von Forschung und Entwicklung am Gesamtumsatz der Medizinelektronik liegt laut Specaris bei 9 Prozent. 

Investitionsstau als deutsches Problem

Also kein Grund zum Jammern? »Was den Medizinelektronikmarkt in Deutschland rettet, ist der Export« kommentiert Andreas Bätzel, Referent im Fachverband Elektromedizin des ZVEI die Umsatzprognosen für 2008. »Wachstum erzielt die deutsche elektromedizinische Industrie seit Jahren vorrangig im Ausland. Im Inland bremst ein Innovationsstau den Fortschritt aus.«

Der Marktzugang für innovative Medizinelektronik-Produkte sei in Deutschland mit zu vielen Hemmnissen verbunden. Schuld daran ist das deutsche Finanzierungssystem. Öffentliche Krankenhäuser und Kliniken sind über Kommunen und Länder finanziert. »Und da ist einfach nicht genug Geld da«, so Bätzel. Das heißt, viele innovative Produkte warten in Deutschland Jahre auf ihre Zulassung durch die gesetzlichen Krankenkassen. Die Hersteller können erst Jahre nach der Produkteinführung in Deutschland die ersten Umsätze erzielen.