Als politisches Werkzeug Rollt in Russland bald der Krypto-Rubel?

Russlands Präsident Wladimir Putin plant angeblich die Einführung einer russischen Kryptowährung.

Dies sei ein probates Instrument, um internationale Sanktionen zu umgehen, heißt es beispielsweise in US amerikanischen Medienberichten. Unterdessen haben die Zentralbank und das Finanzministerium Russlands Skepsis gegenüber einer Kryptowährung geäußert.

Die Financial Times berichtete, dass Putin die Entwicklung einer Kryptowährung in Auftrag gegeben habe. Sergey Glasjew, ein Wirtschaftsberater Putins, beschrieb bei einem Regierungstreffen, dass "dies ein nützliches Werkzeug sein könnte, um internationale Sanktionen zu umgehen.“ Er fügte hinzu, dass diese neue Währung "der gleiche Rubel sein würde, aber seine Zirkulation würde in einer bestimmten Weise eingeschränkt werden", so dass der Kreml jede seiner Bewegungen verfolgen könne.

Der Minister für Kommunikation und Massenmedien, Nikolai Nikiforow, legte bereits im Oktober den ersten Vorschlag für diese neue Währung vor. "Das sind technologische Vorschläge", sagte er damals, ohne auf Details einzugehen. Im November deutete der stellvertretende Finanzminister Alexej Moiseev an, dass das vorgeschlagene Kryptorubel möglicherweise keine tatsächliche Kryptowährung sei, was darauf hindeutet, dass sich sein Name von kryptografisch zu Cyber-Rubel ändern sollte.
Im Dezember schließlich hat Glasjew seine Version des Krypto-Rubels vorgeschlagen und dabei betont, dass dafür kein Krypto-Mining möglich sein dürfe. Glasjew wird mit den Worten zitiert: „Der digitale Rubel garantiert uns den vollen Schutz - vor Betrug, vor Diebstahl ... Wo immer Bedarf für den gezielten Einsatz von Geld besteht, sei es Staatsausgaben, Haushaltsinvestitionen, die Arbeit von Bankenstrukturen und Unternehmen, kann es angewendet werden.“

Während eines Treffens Ende Dezember, bei dem die Gesetzesvorlage für die Regulierung der Kryptowährungen in Russland vorgestellt wurde, sagte der stellvertretende Finanzminister Moiseew, das Finanzministerium habe es nicht eilig, eine entsprechende Währung einzuführen. Letzte Woche zitierte ihn die russische Nachrichtenagentur Interfax ihn mit den Worten: „Um ehrlich zu sein, ich verstehe nicht einmal was ein Krypto-Rubel ist ... Ich verstehe, was ein elektronischer Rubel ist. Wenn Sie erklären, dass wir auf den Verfassungsgrundsatz verzichten, dass dieser Rubel von der Zentralbank ausgegeben wird, dann können wir natürlich einen Krypto-Rubel in Umlauf bringen.“

In der Zwischenzeit verkündete die erste stellvertretende Gouverneurin der Zentralbank, Olga Skorobogatova, dass die Bank "das vom Standpunkt der Makroökonomie der Bevölkerung nicht für ratsam hält". Sie bekundete aber auch, dass die Bank "eine supranationale digitale Währung innerhalb der BRICS oder der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAG)" erwägt. Eine gemeinsame Kryptowährung für für mehrere Länder hält sie für viel versprechender als der Alleingang einer Nation.

Dass sich Russland mit Kryptowährungen und deren Technologie befasst ist nicht neu. Auch in den Gremien der ISO ist Russland derzeit sehr aktiv beim Thema “Blockchain” mit dabei, wie Markt-Technik.de kürzlich berichtete.