25 Jahre MTM Power »Wir sind kein Spezialausrüster für nur eine Branche«

Michael Peters, MTM Power
Wir haben zahlreiche neue Projekte, die wir jetzt in die Serie überführen. Ich bin deshalb zufrieden, wenn es uns gelingt, in diesem Jahr kein zweistelliges, aber ein solides einstelliges Wachstum zu erreichen.
Michael Peters, MTM Power Wir haben zahlreiche neue Projekte, die wir jetzt in die Serie überführen. Ich bin deshalb zufrieden, wenn es uns gelingt, in diesem Jahr kein zweistelliges, aber ein solides einstelliges Wachstum zu erreichen.

Ein Viertel Jahrhundert MTM Power - Nostalgie ist in Mellenbach nicht angesagt, stattdessen wird ein engagiertes Wachstumskonzept verfolgt, das den Umsatz des thüringischen Spezialisten für kundenspezifische Stromversorgungs-Lösungen bis 2020 an die 30-Millionen-Euro-Schwelle heranführen soll.

Wachstumsimpulse kommen vor allem aus der Energietechnik und der Elektromobilität.

»Sicher haben wir uns in den letzten 25 Jahren einen Namen im Bereich der Bahntechnik gemacht«, versichert Michael Peters, Geschäftsführer Marketing&Vertrieb bei MTM Power, »aber wir sind beileibe kein Spezialausrüster für nur einen Bereich, das greift zu kurz«! Ein Blick auf die aktuellen Zahlen 2016 zeigt, nur rund 30 Prozent des Jahresumsatzes von knapp über 20 Millionen Euro entfallen auf den Railway-Bereich. Mit gut 70 Prozent dominiert ganz klar der Bereich der Industrie-Applikationen bei MTM Power in Mellenbach.

Man kann es auch anders ausdrücken: MTM Power ist von keiner Branche zu 100 Prozent abhängig. Dafür sorgt auch ein Kreis von über 600 aktiven Kunden. »Letztlich setzt sich unser Umsatz aus einer Vielzahl einzelner Aufträge zusammen«, so Peters, »dabei ist auch klar, dass wir uns auf Nischenmärkte konzentrieren«. Zwar fertigt das Unternehmen auch Standardprodukte, doch der Anteil der kundenspezifischen Produkte dominiert bei weitem. Aktuell entfallen rund 70 Prozent des Umsatzes auf kundenspezifische Lösungen. Vor fünf Jahren lag dieser Anteil nach Auskunft von Peters noch unter 50 Prozent.

Dass sich dieser Anteil so deutlich erhöht hat, dürfte vor allem zwei Gründe haben. Mit fast 30 Entwicklern verfügt MTM Power über eine leistungsfähige Truppe im Bereich Entwicklung. Gleichzeitig haben sich in den letzten Jahren einige Anwendungsbereiche, die sehr häufig nach kundenspezifischen Lösungen verlangen, sehr dynamisch entwickelt. Das Spektrum reicht dabei von Energietechnik im weitesten Sinne über Elektromobilität bis zur Fahrzeugausrüstung und Applikationen, auf die man vielleicht nicht sofort kommen würde, etwa im Bereich der Agrargeräte.

Speziell im letztgenannten Anwendungsbereich geht es zuweilen besonders rau und häufig auch schmutzig zu. Speziell für solche Applikationen hat MTM Power ein Ass im Ärmel, das sich Thermoselektiver Vakuumverguß nennt. Ein Verfahren, in dessen Entwicklung und Patentierung der vor zwei Jahren verstorbene Gründer des Unternehmens, Hilmar Kraus in der Vergangenheit viel Zeit und Geld investiert hatte. Ein Engagement, das sich ausgezahlt hat. Zwar bieten auch andere Hersteller vergossene Produkte an, doch das in Mellenbach entwickelte Verfahren ist einzigartig.

Unterstrichen wird das durch zwei Patente. Das europäische EP 1 987 708 und das U.S. Patent No. 8,821,778 B2. Der thermoselektive Vakuumverguß ermöglich Feststoffisolation durch Herstellung eines »cemented joint«, womit Luft- und Kriechstrecken durch minimale Schichtdicken im Verguss ersetzt werden. Er zeichnet sich auch durch eine absolute Resistenz gegen Staub und Feuchtigkeit aus, minimiert darüber hinaus die äußeren Abmessungen, verbessert die Temperaturcharakteristik, und sorgt für eine optimale Stoß- und Vibrationsabsorption.

Eigenschaften, die nicht nur im Bereich der Windenergie geschätzt werden, sondern auch bei Gabelstapler-Applikationen gerne gesehen sind. Doch so gut sich einzelne Anwendungsbereiche derzeit auch entwickeln, es gibt durchaus auch Applikationsbereiche die in den letzten Jahren an Dynamik verloren haben. Mögen dabei rückläufige Aufträge aus der Erdöl- und Erdgasförderung, aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise noch auf der Hand liegen, so bedarf es bei anderen schon der Erklärung. »Ein niedriger Ölpreis drückt auch die Investitionen im Bereich der Kunststoff-Recycling- Anlagen«, erläutert Peters in diesem Zusammenhang.

Im Hinblick auf die Produktpalette ist das Unternehmen, das Kraus nach seinem Einstieg 1991 aus einem namhaften Hersteller analoger Messgeräte formte, heute etwas DC/DC-lastig, wie Peters zugibt. »Eine Umsatzverteilung von 50 : 50 zwischen AC/DC-Netzteilen und DC/DC-Wandlern wäre sicherlich ein guter Prozentsatz«, so Peters, »aber danach sieht es auf absehbare Zeit noch nicht aus«.