Camtec »Wir sind in der Lage, die Zukunft abzubilden«

Rund 1 Million Euro wurde zuletzt in eine neue Produktionslinie investiert, die entscheidend dazu beiträgt, dass Camtec auch in Zukunft ausschließlich am Fertigungsstandort Pfinztal produzieren kann. (Bild: Camtec)

Als Spezialist für Hochleistungs-Netzteile ist Camtec bereits heute mit Geräten am Markt, deren Schaltungstechnik auf SiC-MOSFETs basiert.

Das ist Halbleitertechnik, die mit dazu beiträgt, Integrations- und Packungsdichten in Hutschienen-Netzgeräten und Netzteil-Einschüben zu realisieren. Das ist ein Beispiel dafür, wie Camtec die Probleme der Kunden heute lösen will, die morgen auf sie zukommen. Mir dieser Strategie ist das Unternehmen bisher gut gefahren.

Oliver Walter, Geschäftsführer der Camtec Power Supplies, ist mit dem Firmenergebnis des letzten Jahres mehr als zufrieden: »Unser Wachstum lag bei deutlich über 20 Prozent.« Noch Mitte letzten Jahres zeigte sich Walter zurückhaltender, sprach von einem zweistelligen Wachstum, das wohl deutlich über 10 Prozent liegen würde. Zum letztlich hervorragenden Ergebnis des Jahres 2016 trug neben dem Markteintritt neuer Produkte der CPS-i-Serie die internationale Vertriebsstrategie des Unternehmens bei, die dafür sorgt, dass die Produkte aus Pfinztal inzwischen in mehr als 90 Ländern der Welt erhältlich sind.

Das ist durchaus bemerkenswert, denn bei Camtec Power Supplies handelt es sich um ein Unternehmen, das man im besten Sinne als „Manufaktur“ bezeichnen kann. »Wir sind Spezialisten, und unsere Geräte gehören zu den leistungsfähigsten Schaltnetzteilen, die auf dem Weltmarkt erhältlich sind«, stellt Walter nicht ohne Stolz fest. Dass diese Produkte bislang im Einschichtbetrieb gefertigt werden und die Jahresproduktion zurzeit noch unter 300.000 Geräten liegt, ist dabei kein Widerspruch. Camtec steht für High-Tech und Qualität im Leistungsbereich von 0,5 bis 100 kW. Eine Statistik weist für alle im Zeitraum von 2003 bis 2013 gefertigten Geräte eine Ausfallrate im Feld von 0,004 Prozent aus.

Camtec fertigt keine kundenspezifischen Geräte, vielmehr handelt es sich um Plattform-basierte Produkte, die auf die applikationsspezifischen Besonderheiten der Kunden abgestimmt sind. Aktuell umfasst das Portfolio des Unternehmens Industrienetzteile sowie Ladegleichrichter für Batterien und Labornetzteile für die Prüfautomation. Mehr als drei Viertel seines Umsatzes erzielt Camtec dabei mit Produkten im DIN-Schienen-Format, hinzu kommen Produkte in Form von 19-Zoll-Netzteilen, Open-Frames und Kassetten-Netzteilen. Zu den Besonderheiten zählen programmierbare Stromversorgungen für die DIN-Schiene, die Camtec an Kunden aus der Testautomation liefert.

Mit der CPS-i-Serie hat Camtec hier die Grenzen des technisch Möglichen ein weiteres Mal ausgedehnt. »Für einen Spezialisten, wie wir es sind, ist es entscheidend, dass er bereit ist, die Zukunft abzubilden«, versichert Walter, »nur so sind wir in der Lage, in unserer Nische weltweiten Bedarf zu generieren«. So liegen der Realisierung der CPS-i-Baureihe denn auch Gedanken und Konzepte zugrund, die acht bis zehn Jahre in die Vergangenheit reichen. »Wir reinvestieren kontinuierlich 40 Prozent unseres operativen Ergebnisses in R&D«, erläutert Walter. »Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen haben wir so von staatlichen wie auch von EU-Fördermitteln profitiert« – Erkenntnisse, die in Pfinztal in die Realisierung eines Phase-Shift-Gegentaktwandlers flossen, einer kompletten Eigenentwicklung des Unternehmens.

»Natürlich hat sich das eine oder andere an unserem ursprünglichen Konzept über die Jahre verändert«, erläutert Walter, »aber wir wollten ein Produkt realisieren, das in der Lage ist, jeden Integrationszustand abzubilden, der in einer Testautomatenumgebung auftreten kann«, und das natürlich in so kompakter Form wie nur irgend möglich. Es verwundert nicht, dass in diesem Zusammenhang das Stichwort SiC-MOSFET und Cree/Wolfspeed fällt. Das erste Industrienetzteil, das Camtec mit reiner SiC-Technik ausgeliefert hat, war das CPS-EC1500. Dasselbe gilt für die großen Labornetzteile CPSi2000 und CPSi-3000 mit 2 und 3 kW Leistung. Beide bieten in puncto Integrations- und Packungsdichte bisher Unerreichtes.