Low-Power-WANs Vodafone startet NB-IoT-Pilotprojekt

NB‑IoT-Modem der SARA-N2_Familie im LGA-Gehäuse von u-Blox
NB‑IoT-Modem der SARA-N2_Familie im LGA-Gehäuse von u-Blox

Können die Telekommunikationsunternehmen den Vorsprung der LPWAN-Pioniere rund um LPWANs wie LoRa und Sigfox aufholen?

Vodafone ist überzeugt davon und startet mit NB-IoT in mehreren Pilotprojekten – unter anderem um Energie-Management in Gebäuden zu betreiben. Außerdem gründet der Provider ein NB-IoT-Entwicklungszentrum.  

Im Februar 2017 wird Vodafone in Düsseldorf ein Entwicklungszentrum für das Internet der Dinge eröffnen. Hier werden dann smarte NB-IoT-Systeme getestet und bereit gemacht für den Alltag. Auch dabei setzt der Düsseldorfer Netzbetreiber auf starke Partnerschaften unter anderem mit den Netzwerkausrüstern Ericsson, Huawei und Nokia sowie den Modulherstellern Telit und u-blox. Auch Chiphersteller wie Intel und Neul sind an der Weiterentwicklung von NB-IoT beteiligt. Erste smarte Systeme zeigten die Partner bereits auf den Vodafone Innovation Days im Oktober letzten Jahres.

Vodafone sieht sich als Impulsgeber für die Erforschung von Narrowband-IoT (NB-IoT). Dabei handelt es sich um die zelluläre Version von Low-Power-Wide-Area-Networks (LPWANs). Die Telekommunikationsunternehmen konnten sich im Juli vergangenen Jahres auf einen gemeinsamen Standard einigen, so dass die Chip- und Modulhersteller nun NB-IoT-Hardware jetzt auf den Markt bringen. Damit wollen die Telekommunikationsfirmen mit den LPWAN-Pionieren wie Semtech mit LoRa und Sigfox in Wettbewerb treten, die sich auf dem LPWAN-Gebiet einen zeitlichen Vorsprung erarbeiten konnten.

Die neue NB-IoT-Technologie ermöglicht die zeitgleiche Kommunikation von Milliarden Geräten miteinander. Ihre Verfechter behaupten, dass NB-IoT für die Übertragung relativ kleiner Datenmengen ähnlich kostengünstig und energiesparend sei, wie die bestehenden LPWAN-Varianten.

Außerdem soll die Datenübertragung auch über relativ weite Distanzen und in Gebäuden sowie unter der Erdoberfläche sicher funktionieren. Die Netzabdeckung im Gebäudeinneren ist vorteilhaft für viele Anwendungen in den Bereichen Industrie und Gesundheitswesen sowie Smart Home und Smart Energy. Mit NB-IoT vernetzt Vodafone Maschinen auch dort, wo Mobilfunk sonst nur schwer hinkommt: Hinter Betonwänden, im Keller und in großen Gebäuden.

Die Praxistauglichkeit der Technologie erforscht Vodafone mit verschiedenen Partnern, die ihrerseits Expertise in der Geräte-Kommunikation haben und sie im Feld intensiv nutzen. Dazu zählt nun auch der Energie-Manager Techem, der allein in Deutschland über 20 Millionen Geräte zur Funkerfassung des Wärme- und Wasserverbrauchs installiert hat. Für Techem bietet der Feldtest mit Vodafone die Möglichkeit, in der Praxis zu prüfen, inwieweit NB-IoT neue Ansätze für eine sichere und digitale Datenerfassung bietet.