Verkauf kurz vor dem Abschluss Über 4,5 Mrd. Euro für Ista

Der Firmensitz von Ista in Essen
Der Firmensitz von Ista in Essen

Cheung Kong Property Holdings Limited (CKP) aus Hongkong kauft die Mehrheit an dem Wärmemessunternehmen Ista, wie CVC Capital Partners bekannt gibt.

Gesellschafter der Ista soll ein Joint Venture von CKP und CK Infrastructure Holdings Limited (CKI) werden, das sich derzeit in Gründung befindet. Nach Informationen der dpa liegt der Kaufpreis bei mindestens 4,5 Mrd. Euro. 2013 hatte CVC Ista für 3,1 Milliarden Euro von Charterhouse gekauft.

Das neue Konsortium  ist keine Private-Equity-Firma und steht auf zwei Säulen. Zum einen ist CKP ein Immobilienunternehmen und der größte Projektentwickler in Hong Kong. Zum anderen ist CPI ein Infrastrukturfond und hält langfristige Beteiligungen überwiegend an Energieunternehmen. Die Kombination aus Projektentwickler und der Kompetenz im Energiesektor dürfte für Ista interessant sein.

Ista hatte im vergangenen Jahr 850 Millionen Euro umgesetzt, beschäftigt rund 5.400 Mitarbeiter und betreut mehr als 12 Millionen Wohnungen und Gewerbeimmobilien in 24 Ländern. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Immobiliendienstleister zur Erhöhung der Energieeffizienz von Gebäuden. »Durch die individuelle Erfassung, Visualisierung und transparente Abrechnung von Verbrauchsdaten unterstützt Hauseigentümer, Immobilienverwalter und deren Mieter, Energie, CO2 und Kosten einzusparen«, wie Ista selber formuliert.

Dieses hochprofitabel und deshalb für Investoren interessante Geschäft gefällt nicht allen. Das Bundeskartellamt hat deshalb im Rahmen der Sektoruntersuchung Submetering geprüft, ob Wohnungsmieter benachteiligt werden und ob der Wettbewerb überhaupt funktioniert.

Im Mai 2017 kam das Ergebnis: »Das Bundeskartellamt wird daher die weitere Entwicklung des Wirtschaftsbereiches Submetering und seines Rechtsrahmens beobachten und bei Anhaltspunkten für ein missbräuchliches Verhalten die Einleitung von Verfahren prüfen.« (siehe unten) für Dr. Mirko-Alexander Kahre, Leiter Unternehmenskommunikation & Politik von Ista, ist damit der Fall klar: »Das Kartellamt hat festgestellt, dass der Markt grundsätzlich wettbewerbskonform funktioniert.«

Techem und Ista sind in Deutschland die größten Ablesedienstleister. Techem – in Besitz der Investmentfirma Mcquarie – kommt laut eigenen Angaben, gemessen an der Anzahl der Messgeräte unter eigener Hoheit, auf einen Marktanteil von 28 Prozent, auf Platz 2 liegt danach Ista mit 26 Prozent. Es folgen Brunata-Metrona (16 Prozent), Minol (8 Prozent) und Kalorimeta (6 Prozent).

Im April hatte Kalorimeta die Mehrheit an Qundis übernommen. 2009 war Qundis aus einem Zusammenschluss von Qvedis, einer Ausgründung von Siemens, und Kundo System Technik hervorgegangen.