Höhere Lieferzuverlässigkeit durch verdoppelte Lagerkapazität TDK-Lambda: Value-Added veredelt zunehmend Standardlösungen

Neue Designlösungen kombinieren bei den 250 W »Green Power«-Netzteilen der GWS-Serie hohe Wirkungsgrade mit hoher Leistungsdichte, geringem Standby-Verbauch nach Energy-Star- und ErP-Richtlinien mit hoher Zuverlässigkeit.
Neue Designlösungen kombinieren bei den 250 W »Green Power«-Netzteilen der GWS-Serie hohe Wirkungsgrade mit hoher Leistungsdichte, geringem Standby-Verbauch nach Energy-Star- und ErP-Richtlinien mit hoher Zuverlässigkeit.

TDK-Lambda strebt an, in Zukunft bis zu 15 Prozent seines Umsatzes in Deutschland mit Value-Added-Lösungen zu erzielen. Durch die Verdoppelung der Lagerflächen in Achern soll die Lieferzuverlässigkeit weiter erhöht und angestiegene Lieferzeiten wieder reduziert werden. Technisch bestimmt die zunehmende Digitalisierung der Geräte und die ErP-Richtlinien die Stromversorgungs-Entwicklung bei TDK-Lambda.

Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht paradox erscheinen mag, TDK-Lambda einer der größten Standard-Stromversorgungs-Hersteller der Welt, setzt für die Zukunft auf dem deutschen und europäischen Markt vor allem auf Wachstum im Value-Added-Bereich. Nun ist diese Erkenntnis nicht neu.TDK-Lambda hat, ausgehend vom Angebot der konfigurierbaren Stromversorgungen der Omega-, Vega- und Alpha-Baureihen, bereits vor Jahren angefangen, Kompetenz im Bereich Value-Added aufzubauen, doch zukünftig sollen diese Anstrengungen noch einmal verstärkt werden.

»Ausgehend vom Ansatz eines One-Stop-Shops, können wir heute die Anfragen unserer Top-Kunden etwa im Bereich von 50 bis 70 Prozent befriedigen«, schildert Gustav Erl, Geschäftsführer von TDK-Lambda in Deutschland die Ausgangslage, »wenn wir unser Potenzial im Bereich Sonderlösungen weiter ausbauen, werden wir das in Zukunft auf einen Anteil von 70 bis 90 Prozent schrauben können«.

Basis dieser Bemühungen ist das existierende breite Produktspektrum von TDK-Lambda, das kaum noch produkttechnische Lücken aufweist, die deutliches zusätzliches Wachstum ermöglichen könnten. Dieses breite Produktangebot ist aber gerade auch der Türöffner für das zukünftige verstärkte Wachstum im Value-Added Bereich. »Auf Basis unserer breiten Standardpalette können wir dem Kunden eben schnell eine an seine Bedürfnisse angepasste Lösung zu einem für ihn akzeptablen Preis liefern«, erläutert Erl, »Standardprodukte müssen ja per Definition so gestaltetet werden dass sie breiter einsetzbar sind, als auf sehr spezielle Anwendungen hin getrimmte kundenspezifische Lösungen, und dieser konzeptionelle Ansatz gibt uns die Flexibilität, schnell entsprechende Lösungen zu präsentieren«.

TDK-Lambda EMEA hat ein übergreifendes Value-Added-Netzwerk aufgesetzt. Achern hat sich ganz klar als Value-Add-Zentrum für Standardnetzteile heraus kristallisiert. Während in England, vor dem Hintergrund der gestiegenen Bedarfe seit Frühjahr dieses Jahres im Dreischichtbetrieb an der Fertigung der konfigurierbaren Industriestromversorgungen gearbeitet wird, werden in Achern immer mehr Value-Added-Lösungen entwickelt. Beschränkt wird diese Entwicklung in gewissem Maße durch leidige Personalengpässe. »Unsere Kunden nehmen dieses Angebot sehr gut an und decken unser Entwickler-Team mit Aufträgen ein«, freut sich Erl, »darum sind wir auch weiterhin auf der Suche nach passender Verstärkung«.

Über mangelnde Nachfrage können sich die Verantwortlichen bei TDK-Lambda wahrlich nicht beschweren. Zwar brach der Umsatz im Krisenjahr 2009 um rund 25 Prozent ein, was absolut im Schnitt der Branche lag, doch im Vorjahr konnte das Unternehmen wieder um 30 Prozent zulegen. So erzielte TDK-Lambda in Europa, im Zeitraum von April 2010 bis März 2011 eine Umsatz von knapp 100 Mio. Euro. Gut die Hälfte dieses Umsatzes stammte aus dem deutschsprachigen Bereich. »Bislang sah es nicht so aus, als wenn es in diesem Jahr noch zu einem schnellen Abschwung kommen würde«, kommentiert Erl den bisherigen Verlauf der ersten drei Quartale dieses Jahres. Trotz der sich häufenden negativen, weltweiten Meldungen, verlief auch das 3. Quartal dieses Jahres im Vergleich zu Q1 und Q2 2011 noch erstaunlich stabil. »Im Vergleich zum japanischen Markt, der zusammengebrochen ist, oder dem schwächelnden US-Markt, bewegt sich der deutsche Markt mittlerweile seit 2 Jahren auf einem extrem hohen Level«, beschreibt Erl die jüngsten unterschiedlichen regionalen Marktentwicklungen auf dem globalen Stromversorgungsmarkt.

Doch der Erfolg bringt auch neue Herausforderungen mit sich. So wäre es aus Sicht der Kunden sicherlich wünschenswert, wenn sich die Lieferzeit für Neuaufträge, die ohne Forecast erteilt werden, wieder auf dem Niveau von 4 bis 6 Wochen einspielen würden. Schließlich haben die Kunden inzwischen ihre Bestellungen wieder an die, im Vergleich zu Beginn dieses Jahres deutlich kürzeren Lieferzeiten angepasst. Produktabhängig konnten die Lieferzeiten in den letzten Monaten durchaus auch mal bei 14 bis 20 Wochen liegen.

»In solchen Fällen wurden wir zumeist von einem Auftragsboom beim Kunden überrascht«, stellt Erl fest, »wenn eben plötzlich der Jahresbedarf in  der Hälfte der geplanten Zeit abgenommen wird, dann sind eben alle bisherigen Planungen Makulatur«. Er geht davon aus, dass sich solche Extremausschläge auch in Zukunft nicht vermeiden werden lassen. »Unsere Kunden agieren nach wie vor mit einer Zeitvorschau von 3 Monaten, da kann es immer wieder zu Überraschungen kommen«, ist er sich sicher.

Da bereits zu Beginn des Jahres deutlich wurde, dass die Erholung des Marktes nachhaltig sein wird, entschied man sich in Achern bereits im Frühjahr dieses Jahres dazu, die Lieferverfügbarkeit durch einen massiven Lagerausbau zu verbessern. Standen dem Unternehmen in der Vergangenheit rund 1400 m2 Lagerfläche  zur Verfügung, werden es am Ende dieses Geschäftsjahres rund 2800 m2 sein. Mit einer Investitionssumme im höheren sechsstelligen Bereich, wird eine 30 x 70 m große und 6 m hohe weitere Lagerhalle errichtet.

Nach 40-jähriger Präsenz auf dem deutschen Stromversorgungsmarkt sind damit die Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Das Unternehmen selbst hat sich in den 40 Jahren seines Bestehens deutlich verändert. Als Lambda Electronics im November 1971 in Deutschland antrat, zählten, auch noch Halbleiter zum Produktportfolio. Die verschwanden durch Mergers & Acquisitions in den folgenden Jahren aus den Katalogen. Seit der Übernahme von Lambda durch TDK schließlich, gilt das neu geschaffene Unternehmen TDK-Lambda als weltweit größter Hersteller von Industriestromversorgungen.

Zwar ist bekannt, dass sich TDK-Lambda in den letzten Jahren immer wieder nach passenden Verstärkungen, etwa in Form erfolgreicher mittelständischer Stromversorgungshersteller, umgesehen hat, einen heißen Übernahmekandidaten gibt es, wie Erl versichert, aktuell aber nicht. »Wenn es in unser Leistungsspektrum passt, das von Lösungen für die Industrie, über die Medizin- und Messtechnik bis hin zu Testerherstellern und Lightning-Anbietern reicht«, stellt Erl klar, »dann steht eine Übernahme nach wie vor auf der Agenda. Dabei kann es sich um ein Unternehmen mit eigener Fertigung, aber auch einen vor allem in der Entwicklung starken Anbieter handeln«.

Zu den jüngsten Entwicklungen aus dem eigenen Haus zählten in diesem Jahr bereits ein 400 W Medizin-Netzteil (EFE400M) mit Digitalsteuerung und ein 250 W »Green Power« Netzteil mit einem Wirkungsgrad von 93 Prozent. Im Fall des Medizin-Netzteils sorgt der digitale Controller dafür, dass auch die exakte Programmierung vom Nennwert abweichender Ausgangsspannungen möglich ist. Basierend auf Multiresonanz-Topologie bietet das sowohl für B-Applikationen (Body) als auch BF-Applikationen (BodyFloating) zugelassene Gerät einen Wirkungsgrad von 90 Prozent. Der 8-Bit-Mikroprozessor des Geräts erlaubt die komplette digitale Steuerung des Netzteils. 

An den Energiesparvorgaben der Energy-Star und ErP-Richtlinien orientiert ist das 250 W »Green Power« Netzteil GWS 250. Zu seinen Besonderheiten zählt die flache Wirkungsgradkurve mit durchschnittswerten um die 93 Prozent   bei Belastungen zwischen 25 und 100 Prozent der Nennleistung. Noch im Herbst dieses Jahres soll zudem eine neue Laborstrom-Serie, Z+, vorgestellt werden, die 200 bis 800 W in 2 HE, statt wie bisher in 3 HE unterbringt.

»Effizienter, kleiner und kühler, das werden wohl auch in den nächsten 40 Jahren die dominierenden und treibenden Trends in der Stromversorgungsentwicklung bleiben«, vermutet Erl, »der Digital-Loop wird dem Entwickler dabei in Zukunft immer häufiger mehr Flexibilität im Schaltungsaufbau bieten«