Leitfaden Stromversorgung So finden Sie den passenden LED-Treiber

Wie finde ich die richtige LED-Stromversorgung für meine konkrete Anwendung? Und erfüllen diese Stromversorgungen dann auch alle aktuellen Normen und Vorgaben? Emtron hat zusammen mit Mean Well einen praxisnahen Leitfaden zusammengestellt, der Anwender und Systemintegratoren sicher durch das Labyrinth der Richtlinien und Standards führt.

Moderne Beleuchtungseinrichtungen mit stromsparenden, langlebigen und »unkapputtbaren« LEDs befinden sich seit Jahren auf einem Siegeszug sondergleichen. Mit den sinkenden Preisen für diese umweltfreundlichen Leuchtmittel steigt nun auch die Nachfrage weiter deutlich an. Nicht immer ganz einfach hingegen gestaltet sich die Auswahl der passenden Stromversorgung.

Schließlich benötigen die LEDs für ihren Betrieb, im Gegensatz zu den allermeisten elektrischen Verbrauchern in Büro, Fabrikhalle, Heim und öffentlichem Raum, keine Konstantspannungsquelle, sondern eine Konstantstromquelle. Als Spezialdistributor für Stromversorgungen steht Emtron Electronic wie kein zweites Unternehmen für eine breite Auswahl passender Stromversorgungen. Als Experte mit breiter Linecard kann es seine Kunden unabhängig beraten. Zur Hochform läuft das Unternehmen auf, wenn es darum geht, spezielle Wünsche zu bedienen, die gerne auch etwas komplexer sein dürfen. Ein hauseigenes Labor – keineswegs eine Selbstverständlichkeit in der Distributionsbranche – bietet die Möglichkeit, Serienprodukte nach Kundenwunsch zu modifizieren und damit jenes Maß an Individualisierung zu bieten, das letztlich den entscheidenden Unterschied in der Kundenzufriedenheit ausmacht.

Ein Beispiel für die Unterstützung der Kunden ist die Beratung bei der Auswahl der richtigen LED-Stromversorgung. In diesem speziellen Marktsegment profitiert der Kunde auch von der Zusammenarbeit Emtrons mit dem Hersteller Mean Well. Dessen außerordentlich umfangreiches Lieferspektrum lässt fast keine Wünsche offen.

Dennoch ist die Auswahl der richtigen Stromversorgung für eine LED-Beleuchtung schon unter technischen Gesichtspunkten keine ganz triviale Angelegenheit. Für Systemintegratoren und Wiederverkäufer kommt hinzu, dass sie als »Inverkehrbringer« für die Einhaltung der passenden Zertifizierungen und Normen verantwortlich sind. Speziell das CE-Zeichen, das so selbstverständlich auf fast allen hierzulande genutzten Elektrogeräten prangt, konfrontiert sogar Profis mit durchaus handfesten Herausforderungen. Um eine CE-Kennzeichnung zu erhalten, sind bei einer LED-Beleuchtung mehrere Kategorien wie Sicherheit, elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), RoHS und seit kurzem auch Ökodesign zu berücksichtigen. So müssen Produkte, die in den Anwendungsbereich der Ökodesign-Richtlinie fallen, das CE-Kennzeichen tragen, und der Hersteller muss einen Verweis auf die Rahmenrichtlinie 2009/125/EG in der CE-Konformitätserklärung integrieren.

Im nächsten Jahr wird die aktuelle Niederspannungsrichtlinie (Low Voltage Directive, LVD), basierend auf der Richtlinie 2006/95/EG, durch die Version 2014/35/EU ersetzt. Sie spezifiziert Funktion und Verantwortlichkeit jeder Partei, die ein elektrisches Betriebsmittel in den Verkehr bringt. Auf ihr baut die EN61347 auf. Ein zeitgemäßer LED-Treiber sollte sowohl die EN 61347-1 als allgemeine Anforderung als auch die EN 61347-2-13 für die Sicherheitszulassung von LED-Vorschaltgeräten erfüllen. In der Richtlinie EN61347-1:2008+A1:2011 ist die gegenwärtig gültige Fassung der allgemeinen Anforderungen zusammengefasst, die bis 1. Januar 2016 in Kraft ist. Ab diesem Zeitpunkt wird die Richtlinie EN 61347-1:2008+A1:2011+A2:2013 für alle bestehenden und neuen Produkte gelten. Die aktuelle Sicherheitsrichtlinie EN 61347-2-13:2006 für LED-Vorschaltgeräte wird noch bis Oktober 2017 Bestand haben. Es empfiehlt sich daher, LED-Treiber mit LVD EN 61347-1:2008+A1:2011+A2:2013 und EN 61347-2-13:2006 zu verwenden. LED-Treiber, für welche die EMV-Richtlinie 2004/108/EC gilt, erfüllen eine Reihe von harmonisierten Normen für LED-Beleuchtungstechnik.

EMV- und Interferenz-Normen können je nach dem Einsatz in privaten Haushalten oder in der Industrie Unterschiede aufweisen. Bei der Auswahl der korrekten Norm sind darum die jeweiligen Einsatzumstände zu berücksichtigen. Für LED-Treiber sind die EMI-Richtlinie EN 55015 zu elektrischen Störaussendungen von elektrischen Beleuchtungseinrichtungen und die Richtlinie EN 61000-3-2 zu Grenzwerten für Oberschwingungsströme die bei weitem wichtigsten EMV-Normen. Sind beide Normen erfüllt, besteht der nächste Schritt darin, zu überprüfen, ob der LED-Treiber die Richtlinien EN 61000-3-3 mit Festlegungen zur Begrenzung der Spannungsänderungen, Spannungsschwankungen und Flicker und die Richtlinie zu EMV-Störfestigkeitsanforderungen EN 61547, die andere Prüfpunkte abdeckt, erfüllt. In der EN 61000-3-2 werden die erlaubten Oberschwingungsstromemissionen für Geräte mit einem Eingangsstrom von bis zu 16 A je Leiter beschrieben. LED-Treiber mit einer effektiven Eingangsleistung von weniger als 25 Watt unterliegen keinen Grenzwerten für Oberschwingungsströme. Übersteigt die Leistung jedoch 25 Watt, sind bestimmte Grenzwerte einzuhalten, die der Text der Richtlinie näher spezifiziert.