Hutschienen-Netzgeräte-Serie »Piano« Puls tritt nun auch in den Midrange-Bereich ein

Bernhard Erdl, Puls: »Mit der von Grund auf neu entwickelten DIN-Schienen-Netzgeräteserie Piano übertragen wir unser Best-in-Class-Versprechen nun aus dem High-End-Bereich nahtlos in den Volumenmarkt der Midrange-Lösungen.«
Bernhard Erdl, Puls: »Mit der von Grund auf neu entwickelten DIN-Schienen-Netzgeräteserie Piano übertragen wir unser Best-in-Class-Versprechen nun aus dem High-End-Bereich nahtlos in den Volumenmarkt der Midrange-Lösungen.«

Neue Wachstumspotenziale jenseits des High-End-Bereichs zu erschließen, mit diesem Ziel hat Puls die neue DIN-Schienen-Netzgeräte-Serie Piano entwickelt.

Puls gilt als Benchmark im Bereich DIN-Schienennetzteile. Ausgefeilte Schaltungs-Designs gewährleisten seit Jahrzehnten höchste Wirkungsgrade und Zuverlässigkeit. Kompakte Abmessungen erleichtern das Handling der Produkte, nutzerorientierte Produktdesigns erleichtern den Kunden vor Ort den Einsatz der Geräte. Doch Puls ist nicht nur seit Jahren Technologieführer in diesem Marktsegment, das Business-Konzept, »Best in Class«-Produkte anzubieten, wird vom Markt auch honoriert: Für dieses Jahr strebt die Puls-Gruppe ein Umsatzvolumen von 110 Millionen Euro an.

Technologieführerschaft hat aber auch ihren Preis. Das Wachstum im High-End-Bereich ist naturgemäß limitiert. Aus diesem Grund startete Gründer und Geschäftsführer Bernhard Erdl vor drei Jahren ein Stealth-Projekt. Er eruierte die Chancen und Möglichkeiten eines Eintritts seines Unternehmens in den Volumenmarkt des Midrange-Bereichs. »Bei einer Umfrage zeigte sich, das es vor allem Kunden mit Exportgeschäft in Schwellenländer waren, die sich unser bisheriges Preisniveau für ihre Lösungen nicht leisten wollten oder konnten«, zieht Erdl das Fazit aus der damaligen Kundenbefragung.

Unterstützt wurde dieses Ergebnis vor allem auch durch eine Studie von »Struktur Management Partner«, die sich mit den Veränderungen auf dem chinesischen Maschinenbaumarkt beschäftigt. Eine ihrer Kernaussagen lautet, dass sich die bisherige Marktpyramide aus Low-End-, Midrange- und High-End-Lösungen binnen fünf Jahren in einen Diamanten verwandeln würde, dessen Mittelteil etwa 40 Prozent ausmacht, während auf Low- und High-End rund 30 Prozent entfallen. Besonders interessant dabei: Das Midrange-Segment weist mit 6 Prozent das höchste Wachstum auf, während der Low-End-Sektor um fast 11 Prozent schrumpft.

»Der Maschinen- und Anlagenbau gehört mit der Automatisierungstechnik zu unseren wichtigsten Kunden«, erläutert Erdl, »wir haben uns darum die Frage gestellt, wie wir unsere Kunden bei diesem Wandel, der sicherlich über den chinesischen Maschinenbaumarkt hinaus strahlen wird, unterstützen können«. Herausgekommen ist dabei kein abgespecktes Produkt, sondern eine komplett neue Lösung, die auf die spezifischen Kundenbedürfnisse im Midrange-Bereich zugeschnitten ist, aber weiterhin dem »Best-in-Class«-Gedanken treu bleibt. »Es gibt keinen Bruch in unserer Unternehmens-Philosophie«, so Erdl, »oder um es anders auszudrücken: Auch für den 1er BMW gilt das Markenversprechen des Premium-Herstellers BMW«.

Ziel der Produktentwicklung, die von Anfang an eng mit der Fertigung in China zusammenarbeitete, war ein Preisniveau, das in Abhängigkeit von der jeweiligen Geräte-Performance um 20 bis 40 Prozent unter dem bekannten Niveau der Dimension-Serie liegt. Wie das zu bewerkstelligen ist, zeigt unter anderem das Kunststoffgehäuse der neuen Baureihe, die den Namen Piano tragen wird. Was »Best in Class« im Fall Piano bedeutet, zeigt der Wirkungsgrad der Geräte, der bis zu 94 Prozent erreicht. Schaltungstechnisch haben sich die Entwickler bei den verschiedensten Topologien bedient: Das Spektrum reicht vom einfachen Sperrwandler bis zur LLC-Schaltung.

Ein Konzept, das offenbar schon die ersten Kunden überzeugt hat. So rüstet Puls, wie Erdl berichtet, bereits eine neue OLED-Fabrik in Südkorea mit den neuen Geräten aus. Produziert wird die neue Baureihe ausschließlich in China, in dem 2010 eröffneten neuen Werk der Puls-Gruppe im Suzhou Industrial Park bei Shanghai. Dort wird heute schon rund die Hälfte der etwa 1,5 Mio. Puls-Geräte im Jahr gefertigt. Mit einer Investition von 10 Mio. Euro soll die Kapazität durch eine weitere Fertigungshalle bis Ende 2016 verdoppelt werden. Einer der Volumentreiber dort dürfte dann die neue Piano-Reihe sein. Erdl geht davon aus, »dass wir in fünf Jahren bis zu ein Viertel unseres Umsatzes mit dieser Baureihe erzielen werden«.

Doch die Entwicklungsanstrengungen bei Puls konzentrieren sich nicht nur auf die neue Baureihe, die zu Beginn in Form von fünf Geräten auf den Markt kommen wird, sondern auch den weiteren Ausbau der Dimension-Serie. Wie sollte es auch anders sein, präsentiert sich auch das neue 10A/240W-Gerät CPS 10 mit einem Wirkungsgrad von über 95 Prozent bei einer Einbaubreite von 39 mm wieder als »Best-in-Class«-Lösung.

Mit der Präsenz sowohl im High-End- wie im Midrange-Bereich, sieht sich Erdl für die Zukunft bestens gerüstet. »Natürlich versuchen neben den etablierten Playern immer wieder durchaus namhafte Wettbewerber, sich größere Anteile im Hutschienen-Netzgerätemarkt zu sichern, letztlich beschränken sie sich dabei auf Cherry-Picking«. Niemand, so versichert er, könne im DIN-Schienen-Netzgerätebereich ein so umfangreiches Ökosystem vorweisen wie Puls. »Wir bieten die gesamte Infrastruktur an, die unsere Kunden für den wirkungsvollen Einsatz von Hutschienen-Netzteilen benötigen«, so Erdl, »unser Angebot umfasst dabei sowohl 1- als auch 3-phasige AC/DC-Geräte, aber auch DC/DC-Wandler, Redundanzmodule, DC-USVs und Puffermodule mit verschiedenen Speichertechnologien sowie elektronische Sicherungen«.

Angesprochen auf die bei vielen Anbietern fehlende Konsistenz im Produktportfolio, bringt Erdl seine Verwunderung darüber zum Ausdruck dass viele Kunden offenbar bereit seien, die »Katze im Sack« zu kaufen und offenbar keinen Wert auf Fabrik-Audits legen. »Es gibt in diesem Marktsegment gut laufende Marketing-Maschinen«, stellt er fest, »aber ob die Produkte, die dort verkauft werden, aus der gleichen Fertigung kommen, oder ob da auch mal zwischendurch der Hersteller gewechselt wird, das scheint nicht jeden zu interessieren«.

Erstaunt hat ihn hingegen, dass vor allem große Kunden, und hier vor allem Kunden aus den USA, in jüngster Zeit verstärkt auf die Einhaltung der OHS-Richtlinien bei Audits Wert legen. Der Tenor dieser Kunden lautet dann: »Ich weiß, dass ihr eure Qualitäts- und Fertigungsprozesse im Griff habt, aber ich will sicher sein, dass diese Produkte hier auch auf anständige, menschenwürdige Art und Weise produziert werden«.

Ein Anspruch, dem die Puls-Gruppe mit insgesamt weltweit rund 900 Mitarbeitern nicht nur in Deutschland (160) und Tschechien (400), sondern auch in China mit derzeit 300 Mitarbeitern problemlos gerecht werden kann. Mit dem Ausbau der Fertigungskapazitäten in China wird sich in den nächsten Jahren auch die Zahl der Mitarbeiter in China wohl verdoppeln.

In etwa verdoppeln will die Puls-Gruppe in den nächsten Jahren auch ihren Umsatz. »Mit einem Geräte-Spektrum, das dem »Best-in-Class«-Ansatz sowohl für den High-End- wie für den Midrange-Bereich folgt, dürften wir in der Lage sein, unser Umsatzvolumen bis 2020 auf knapp 200 Mio. Euro zu steigern«, versichert Erdl, »mit einem jährlichen Wachstum von 10 Prozent sollten wir das schaffen«.