Labornetzgeräte Neue Impulse dank E-Mobility

Kaum hat die Finanz- und Währungskrise ihren Schrecken verloren, wirkt sich offenbar der Ukraine-Konflikt negativ auf die exportorientierten Kunden des deutschen Laborstromversorgungs-Marktes aus. Stabil entwickelt sich jedoch weiterhin der Automotive-Bereich.

Eher verhalten verläuft derzeit das Geschäft im Bereich Laborstromversorgungen, wie Stefan Dehn, Vertriebsleiter der Schulz-Electronic, erläutert, »wir hoffen darum, auch wenn wir schon einige interessante Projekte im Automobilbereich realisieren konnten, auf die zweite Jahreshälfte«. Von einer verzögerten Entwicklung in der ersten Jahreshälfte spricht Daniel Treichel, zuständig für das Produktmanagement Messtechnik bei der Telemeter Electronic. Aktuell registriert er einen leichten Aufwärtstrend für die zweite Jahreshälfte 2014. Ähnlich ist die Einschätzung von Ulrich Schwarz, Sales & Markting Director bei TDK-Lambda Deutschland: »Das erste Halbjahr 2014 hat sich in etwa auf dem Niveau des zweiten Halbjahres 2013 bewegt, in den letzten Wochen registrieren wir nun einen leicht steigenden Trend«.

Bilder: 4

Stromversorger

Stromversorger

Bei der CompuMess Elektronik ging nach einem starken 1. Quartal der Auftragseingang im 2. Quartal deutlich zurück. Für Geschäftsführer Robert Kerl besteht ein direkter Zusammenhang mit dem Auftreten der Ukraine-Problematik: »Seitdem zeigt sich ein signifikanter Einbruch bei den exportorientierten Kunden unseres Unternehmens.« Zudem seien die hohen Auftragseingänge des 1. Quartals Nachläufer aus dem 4. Quartal 2013 gewesen, »das auf einem selten niedrigen Niveau lag«. In Summe, so Kerls Einschätzung der ersten Monate 2014, »erscheint der Markt indifferent, manche Bereiche sind sehr ruhig und verhalten, andere dagegen laufen frei von Einflüssen«.

Im Rückblick, so die Meinung der Befragten, habe sich das Jahr 2013 sehr verhalten gezeigt. »Letztlich war schon das Vorjahr von spürbarer Zurückhaltung in einigen Bereich gekennzeichnet, es haben sich Einsparungen bemerkbar gemacht und das Ausbleiben der großen Investitionsbereitschaft«, so Dehn. Als moderat bezeichnet Schwarz den Verlauf des Vorjahres, »im Rahmen des geplanten Budgets«. Für Kerl ist der Grund dafür darin zu suchen, dass im Vorjahr jederzeit wieder mit der Rückkehr der Krise gerechnet wurde, »inzwischen haben alle festgestellt: Es geht weiter, die EU ist nicht tot!«

Kerl verweist aber auch darauf, dass seit dem Auftreten der Währungs- und Finanzkrise die Wirtschaft im Vergleich zur Vergangenheit sehr sensibel auf politische Entwicklungen und Informationen aus den Medien reagiert, auch wenn diese keine oder nur geringe Auswirkungen auf das jeweilige spezifische Geschäft haben. Kerl sieht unter anderem durch die restriktive Geldvergabepolitik der Finanzinstitute und die völlige Unzuverlässigkeit des Bankensektors die Bereitschaft der innovationsgetriebenen mittelständischen Unternehmen teilweise zum Stillstand gebracht. »Das steht im völligen Widerspruch zum Zinsniveau, das die Aufnahme von Fremdmitteln geradezu herausfordert, weil nicht mehr billiger finanziert werden kann!«