Schneider Electric Mit Speichern in Industriebetrieben Geld verdienen

Josef Karl, Schneider Electric: »Unabhängig davon, ob die Batterien auf Basis der der Li-Ionen- oder Redox-Flow-Technik arbeiten – ein Return of Invest innerhalb von wenigen Jahren ist möglich.«
Josef Karl, Schneider Electric: »Unabhängig davon, ob die Batterien auf Basis der Li-Ionen- oder Redox-Flow-Technik arbeiten – ein Return of Invest innerhalb von wenigen Jahren ist möglich.«

Die Energiewende erfordert große Speicher. Wie sich in der Industrie damit schon heute Geld verdienen lässt, erläutert Josef Karl von Schneider Electric an einem konkreten Beispiel.

Die Energiewende in Deutschland, die schon vor 20 Jahren mit dem Protokoll von Kyoto eingeleitet wurde, hat laut Schneider Electric mehrere grundsätzliche Konsequenzen: Die festgeschriebene Reduzierung der CO2-Emissionen und Verringerung des Primärenergiebedarfs (Öl, Gas, Kohle etc.) kann nur erreicht werden, indem der Anteil der erneuerbaren Energie deutlich vorangetrieben (50% in 2030) und die „saubere Energie“ auch für Wärme (Power to Heat) und für Verkehr (E-Mobility) genutzt wird. Die Reduzierung der Verluste aller Erzeuger, Übertragungswege und Verbraucher ist selbstverständlich zwingend notwendig und ist ebenfalls wichtiger Bestandteil des Kyoto-Protokolls.
 
Einem Bedarf von 82 GW stehen konventionelle Erzeuger mit einer Kapazität von 90 GW sowie 90 GW aus erneuerbaren Quellen gegenüber. Heute kommt bereits 30 Prozent der elektrischen Energie aus erneuerbaren Quellen. Bis 2020 soll dieser Anteil auf 35 Prozent steigen. Das bedeutet, dass eine Leistung im Bereich von 12 bis 15 GW zugebaut werden muss.

Für die großen Energieversorger ist diese Situation ungemütlich. Denn schon heute haben sie die Kontrolle über 30 Prozent des Marktes verloren. Jetzt investieren sie zwar in Windkraft und Photovoltaik, sind damit aber spät dran. Gleichzeitig verschlimmert der Preisverfall an der Strombörse ihre Situation.

Zwar versuchen die großen EVUs auf den Zug der Digitalisierung aufzuspringen, um künftig auch ein wenig an der dezentralen Erzeugung des Stroms  profitieren zu können und nun selber Strom für Haushaltskunden über neue Modelle zu verkaufen. Doch da erhalten sie kräftig Konkurrenz von typischen Internetfirmen. Denn wenn es darauf ankommt, die Erzeugung des Stroms – viele Haushalte sind Prosumer – und den Verbrauch aufeinander abzustimmen, wechselnde Lastflüsse zu beherrschen und die Haushalte in das Smart Grid einzubinden, dann sind viele Daten erforderlich. Und der direkte Zugang zu den Kunden. Internetfirmen haben beides.

Sie können energierelevante Daten unter anderem aus dem Smart Home gewinnen, und noch mehr solcher Daten, wenn erst einmal Smart Meter in größerem Umfang installiert sind. Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende hat da einen Anfang gesetzt. Und so verwundert es nicht, dass diese Firmen nun in den neuen digitalen Strommarkt drängen.

Zudem gibt es einige Start-ups, die sich in diesem Umfeld tummeln, beispielsweise Firmen, die mit Batteriespeichern die Photovoltaikanlagen in den Haushalten ergänzen und die Speicher zu virtuellen Kraftwerken verbinden, deren Strom sie an der Börse verkaufen können. So machen es beispielsweise Sonnen oder Caterva. Die PV-Haushalte profitieren, weil sie ihren Eigenstromanteil maximieren und ihre Stromrechnung damit senken können. Die Firmen wie Sonnen und Caterva sind überzeugt, mit  virtuellen Kraftwerken Geld verdienen zu können, indem sie Regelenergie anbieten.