Siemens Medizintechnik notiert an Börse Frankfurt

Mit dem Börsengang bekomme die Medizintechnik unternehmerische Flexibilität und Zugang zum Kapitalmarkt, um profitabel zu wachsen, sagte Siemens-Vorstand Michael Sen.

Siemens will seine Medizintechnik-Sparte in Frankfurt an die Börse bringen und nicht in den New York. Betriebsrat und IG Metall reagierten erleichtert.

Analysten schätzen den Wert der Sparte von Siemens auf 40 Milliarden Euro und sehen gute Chancen für eine Aufnahme in den Leitindex Dax. Die Sparte erwirtschaftet mit weltweit 47 000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 14 Milliarden Euro, den größten Teil davon in den USA.

Mit dem Börsengang bekomme die Medizintechnik unternehmerische Flexibilität und Zugang zum Kapitalmarkt, um profitabel zu wachsen, sagte Siemens-Vorstand Michael Sen. Nach seinen bisherigen Aussagen wird Siemens »mittelfristig die Führung behalten«.

Der Aufsichtsrat beschloss am Mittwoch, den Börsengang für die erste Jahreshälfte 2018 in Frankfurt vorzubereiten. Dafür werde die Siemens Healthineers AG gegründet. Die Vorbereitungen für den Börsengang lägen voll im Plan, Strategie und Management-Team stünden.

Der Elektrokonzern sieht in dem umsatzstarken und profitablen Geschäft mit Computertomographen und anderer Medizintechnik kaum Synergien mit dem industriellen Kerngeschäft. Mit dem Börsengang bekomme die Sparte unternehmerische Flexibilität und Zugang zum Kapitalmarkt, um profitabel zu wachsen, sagte Siemens-Vorstand Michael Sen. Nach seinen bisherigen Aussagen wird Siemens »mittelfristig die Führung behalten.«


Siemens Healthcare-Betriebsratschefin Dorothea Simon sagte: »Diese Entscheidung ist eine gute Nachricht für die rund 12 000 Beschäftigten von Healthineers in Deutschland.« Ihr Unternehmen bekomme neues Kapital und hervorragende Aussichten auf einem schnell wachsenden Zukunftsmarkt. Mitbestimmung, Tarif- und Arbeitsbedingungen blieben erhalten.

Aufsichtsratsmitglied Reinhard Hahn betonte: »An der Wall Street wäre die Mitbestimmung auf Unternehmensebene gekippt worden.« Der Börsengang der Medizinsparte zeige, dass sich wirtschaftliche Weichenstellungen und die Interessen der Beschäftigten »durchaus unter einen Hut bringen lassen – wenn das Management offen für einen konstruktiven Austausch ist«, sagte der Gewerkschafter mit Blick auf den Streit über den Abbau von 6900 Stellen in der Kraftwerkssparte.

Siemens-Chef Joe Kaeser hatte überlegt, die Medizintechnik in den USA an die Börse zu bringen. Damit hätte er sich aber den US-Börsenregeln unterwerfen müssen und einen neuen Konflikt mit den deutschen Arbeitnehmern riskiert. Sen sagte: »Frankfurt ist eines der weltweit größten Wertpapierhandelszentren, dessen Bedeutung vor dem Hintergrund des Brexit weiter zunehmen wird.«