inpotron Schaltnetzteile Maßanzüge statt Konfektionsware

Seit Ende 2012 setzt sich die Geschäftsleitung bei inpotron Schaltnetzteile aus Uwe Auer (Leiter Fertigung), Hermann Püthe (Geschäftsführung) und Torsten Keinath (Entwicklungsleitung) zusammen.

Jährliche zweistellige Zuwachsraten, eigenständig und unabhängig, so stellt sich die Bilanz der inpotron Schaltnetzteile nach 20 Jahren dar. Bis 2020/21 soll die Nutzfläche am Standort Hilzingen fast verdoppelt werden und ein eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum entstehen.

»Erfolg ist nicht planbar«, dieses Fazit zieht Hermann Püthe, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der inpotron Schaltnetzteile anlässlich des 20-jährigen Firmenjubiläums. »Natürlich kann man sich Ziele setzen, aber es gibt keine Garantie dafür, diese zu erreichen«. Zu Beginn hatte sich Püthe erhofft, »dass es schön wäre, wenn wir mal in eine Größenordnung von 10 Millionen Mark kommen würden«. Aktuell wird der Stromversorgungsumsatz in diesem Jahr die 20-Millionen-Euro-Marke erreichen, in der Gruppe liegt der Umsatz inzwischen sogar bei rund 27 Millionen Euro.

Fast nichts geändert hat sich dagegen an der Tätigkeitsbeschreibung, mit der der junge Unternehmensgründer am 20. August 1997 sein Gewerbe anmeldete: »Entwicklung, Fertigung, Verkauf und Vertrieb von elektronischen Baugruppen und Schaltnetzteilen«. Später kam dann noch Software hinzu, aber letztlich hat sich an der Ausgangssituation nichts geändert. »Auch heute kann ich dem Kunden eigentlich nicht das Produkt zeigen, das er haben will«, meint Püthe, »der Kunde muss uns schon einen Vertrauensvorschuss entgegenbringen«. Und damit nicht genug. Ein fünfstelliger Betrag ist notwendig, um mit der Entwicklung zu beginnen. Nach fünf bis sechs Monaten sieht der Kunde dann zum ersten Mal ein Muster seines Produktes. Dann dauert es nochmal einige Monate, bis das Produkt in Serienstückzahlen zur Verfügung steht. Kein Wunder, dass bei dieser Ausgangssituation ein Viertel der Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung tätig ist und Püthe jährlich 16 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert.

»Basis unseres Erfolgs ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit«, so Püthe, »und die Gewissheit der Kunden, dass wir unsere technische Kompetenz dazu einsetzen, für ihre jeweilige Applikation das beste technische Konzept zu realisieren«. Positiver Nebeneffekt dieses Konzepts: Das Empfehlungsmarketing durch die Kunden. Zu deren Zufriedenheit trägt dabei nicht nur die Tatsache bei, »dass es bei uns keine Abkündigungen gibt«, sondern auch die Tatsache, dass der Großteil der seit 1998 produzierten rund 7 Millionen Stromversorgungen noch aktiv sein dürfte. »Wir entwickeln und liefern Maßanzüge, keine Konfektionsware«, stellt Püthe fest, »und es ist sicher nicht übertrieben zu sagen, dass man sich uns auch leisten wollen muss«.

Zum Erfolg des Unternehmens…

...dürfte neben der technischen Kompetenz und Zuverlässigkeit auch die Tatsache beigetragen haben, dass sich der Stammsitz Hilzingen in einer traditionell vom Maschinenbau geprägten Region Süddeutschlands befindet. Industrielle Anwendungen machen heute 50 Prozent des Umsatzes aus. Zum zweitwichtigsten Umsatzträger hat sich in den letzten zehn Jahren der Bereich LED-Beleuchtungsanwendungen entwickelt. Im Rahmen der inpotron-Firmengruppe beschäftigt sich die 2008 gegründete Exscitron in Chemnitz mit der Realisierung kundenspezifischer LED-Beleuchtungsanwendungen. In den letzten Jahren haben zudem gebäudesystemtechnische Anwendungen von der Gebäudeautomation bis zu Applikationen wie Unterputz-Radios, Rollo- und Jalousiesteuerung oder KNX-Gebäudekommunikation für die inpotron Schaltnetzteile an Bedeutung gewonnen.

Etwa 15 Prozent des Umsatzes entfallen heute bereits auf diesen Bereich, Tendenz steigend. Ebenfalls 15 Prozent des Umsatzes entfallen zudem auf den Bereich Medizintechnik. Auch wenn die Anwendungsmöglichkeiten hier ebenfalls zahlreich sind und von der Rehabilitation über die Schönheitsmedizin bis zur Patientenüberwachung und zur Notfallmedizin reichen, schätzt Püthe die zukünftigen Wachstumsmöglichkeiten in diesem Bereich nicht so dynamisch ein wie im Bereich gebäudesystemtechnischer Anwendungen: »Dort hat sich in den letzten Jahren ein ganz neues Anwendungsfeld geöffnet, mit heute noch kaum abschätzbarem Wachstumspotenzial«.

Produkttechnisch deckt inpotron Schaltnetzteile…

...ein Leistungsspektrum von 0,5 W bis 1 kW ab. Der Umstand, sich als Spezialist für kundenspezifische Stromversorgungslösungen immer wieder in neue Thematiken einarbeiten zu müssen – so werden derzeit pro Jahr etwa 50 neue Projekte angegangen –, hat mit dazu geführt, dass man in Hilzingen ein umfassendes Know-how in Sachen Normen angesammelt hat. So beschäftigen sich zwei der insgesamt rund 130 Mitarbeiter in Hilzingen mit dem Thema Zulassungen und Richtlinien. In Summe beläuft sich die Zahl der aktiven Kunden derzeit auf gut 150. Die Top 30 steht für etwa 70 Prozent des Unternehmensumsatzes. Zu den aktuellen Kunden zählen immer noch solche der ersten Stunde. Ursprünglich als Stromversorgungslieferant für die Spaun electronic (unter dem Namen inpotron Schaltnetzteile firmiert das Unternehmen seit 2008) gegründet, worauf der Ursprungsname Spaun Schaltnetzteile verwies, kamen bereits 1998 die ersten externen Kunden hinzu. Einer davon entwickelte sich in den Folgejahren zum größten Kunden des jungen Unternehmens. Er steuerte teilweise 50 Prozent zum Umsatz bei. Auch dieser Kunde blieb dem Unternehmen treu und ist noch heute Teil der Kunden-Top-10.