Würth Solar lizenziert CIS-Technologie Manz Automation bietet in Zukunft integrierte CIS-Fabs an

Dieter Manz, Manz Automation:
»Das Know-how in dieser Kooperation
ermöglicht es, den Solarherstellern voll integrierte Produktionslinien zu liefern, welche die niedrigsten Herstellungs-
kosten aller schlüsselfertigen
Dünnschichtlinien aufweisen.«

Würth Solar lizenziert seine CIS-Technologie an Manz Automation und bereitet damit den Weg für die Multiplikation seiner Technologie, der Analysten ein Milliarden-Euro-Potenzial attestieren. Parallel dazu stärkt Würth Solar mit der Übernahme von SolarMarkt seine Vertriebsaktivitäten. Bis 2014 soll der Umsatz auf über 500 Mio. Euro steigen.

Manz Automation hat mit Würth Solar einen Know-how-Lizenzierungs- und Kooperationsvertrag geschlossen. Manz Automation erwirbt damit exklusiv die Nutzungsrechte an der CIGS-Produktionstechnologie von Würth Solar und wird so zum einzigen Anbieter, der aktuell eine integrierte und vollproduktive Fertigungslinie für CIGS-Dünnschichtmodule anbietet, die bereits wirtschaftlich zu betreiben ist.

»Künftig werden wir die CIS-Fab als Produktionslinie für Dünnschichtmodule mit dem höchsten Wirkungsgrad von aktuell 12,8 Prozent auf einer Aperturfläche von 600 x 1200 mm anbieten«, erläutert Dieter Manz, Vorstandsvorsitzender der Manz Automation. Mit der bestehenden Fabrikationslinie von Würth Solar in Schwäbisch Hall ist Manz Automation als einziger Anbieter in der Lage, eine 30-MW-Referenzfabrik vorzuweisen, die sich seit 2006 im 24/7-Betrieb bewährt hat.

Im Zuge der Zusammenarbeit mit Würth Solar hat Manz Automation zudem exklusiven Zugriff auf die Forschungsergebnisse für CIGS-Glasmodule des »Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), der aus dem bestehenden Vertragsverhältnis zwischen Würth Solar und ZSW resultiert. »Durch das gebündelte Know-how in dieser weltweit einzigartigen Kooperation können wir den Solarherstellern voll integrierte Produktionslinien liefern, welche zukünftig die niedrigsten Herstellungskosten aller schlüsselfertigen Dünnschichtlinien aufweisen«, hebt Manz hervor.

Neben dem langjährigen Entwicklungs- und Produktions-Know-how, das Würth Solar einbringt, wird die Manz Automation mit 20 Mannjahren von Kooperationspartner beim Ramp-up von der Planung bis zur Ausführung und Inbetriebnahme der Produktionslinien unterstützt. Zusätzlich steht die CISfab künftig auch für die Weiterentwicklung der Produktionstechnik und die Qualifizierung neuer Prozesse und Materialien zur Verfügung. »Für Würth Solar ist diese Kooperation eine wichtige Säule der erweiterten Unternehmensstrategie«, erläutert Bernd Sprecher, Geschäftsführer von Würth Solar, »wir haben damit einen Weg gefunden, unser aufgebautes Wissen wirtschaftlich zu nutzen und unsere CIS-Technologie in Massenproduktionsvolumina zu überführen, die klassischer Weise nicht in unserem eigenen strategischen Fokus steht«. Die Kooperation mit Manz Automation erlaubt es Würth Solar die eigene Fertigung in Schwäbisch Hall fortzuführen und dort an der Weiterentwicklung der Modul- sowie Produktionstechnologie zu arbeiten.

Manz Automation zahlt für die Lizenzierung der CIS-Technologie einmalig 30 Mio. Euro nach Vertragsunterzeichnung. Weitere 20 Mio. Euro werden fällig, wenn die erste CIGS-Fab abgenommen wird. Im Anschluss daran erfolgen absatzabhängige Zahlungen pro verkauftes Megawatt. Im Fall eines 120-MW-Werkes wären das nach Auskunft von Manz 12 Mio. Euro. Darüber, welchen Betrag Würth Solar für die Lizenzierung und anschließenden absatzabhängigen Zahlungen an das ZWS überweist, gaben die Beteiligten keine Auskunft.

Das Marktvolumen für die von Manz Automation angebotenen integrierten CIS-Fabs beziffern Marktanalysten auf rund 1 Mrd. Euro. Die Frage nach dem für sein Unternehmen erreichbaren Umsatzvolumen im CIS-Bereich ließ Manz unbeantwortet. Nach seinen Worten befindet sich die Manz Automation derzeit in Gesprächen mit verschiedenen Interessenten. Mit der Abnahme der ersten CIS-Fab rechnet er für 2011. Wo sie stehen wird, wollte Manz nicht sagen, er schloss aber aus, dass die ersten Fabs in China oder Korea entstehen.

Parallel stärkt Würth Solar seine vertriebliche Ausrichtung durch die Übernahme der Freiburger SolarMarkt, inklusive deren Tochterunternehmen Creotecc. Damit steigt Würth Solar in den Großhandelsmarkt ein und hat gleichzeitig mit Creotecc einen Hersteller, Produktentwickler und Händler von Montagesystemen unter ihrem Dach. »Mit dem Kauf der SolarMarkt ist es uns gelungen, Würth Solar vertrieblich nun sehr breit aufzustellen und zukünftig auch die beiden strategischen Vertriebsfelder Großhandel und Montagesysteme im Bereich der Photovoltaik abzudecken. Außerdem ist der Zukauf ein wichtiger Baustein hinsichtlich unserer Internationalisierung«, erläutert Karl-Heinz Groß, Geschäftsführer der Würth Solar.

»Wir haben uns zum Ziel gesetzt in den nächsten Jahren kontinuierlich schneller als der Markt zu wachsen, das bedeutet ein Wachstum von über 50 Prozent, und wir peilen für das Jahr 2014 eine Umsatzvolumen von über 500 Mio. Euro an«, schildert Groß die Bedeutung der Übernahme.

Mit dem Know-how-Lizenzierungs- und Kooperationsvertrag mit Manz Automation und der Übernahme von SolarMarkt stärkt Würth Solar seine auf fünf Geschäftsfeldern basierende Unternehmensstrategie: Der bestehende Systemvertrieb und der Geschäftsbereich Solarkraftwerke sowie die mit dem Kauf der SolarMarkt hinzugekommenen Bereiche Großhandel und Photovoltaik-Montagesysetme treiben das Vertriebswachstum an. Er fünfte Bereich, die Know-how-Lizenzierung und Kooperation mit der Manz Automation, sorgt für eine Multiplikation der CIS-Photovoltaiktechnologie.